Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 12. Band.1905
Seite: 475
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AUSSTELLUNG

IN MÜNCHEN 1905

GEORG WRBA « BRONZEFIGUREN

und Bauprinzipien verschmelzen wollten
aber das waren eben nur die
kleinen Mitgänger, die nichts Ganzes
vermochten, und es war — gerade
wie heute — die älteste Generation,
die der Annahme des Neuen feindlich
oder passiv gegenüberstand —
aus Unvermögen.

Und auch das sei sehr wohl vorher bedacht,
ehe man ein Urteil über die ganze neue
Richtung abgibt. Als man das gotische
Bau- und Formenprinzip aufgab und
einer vollzogenen geistigen Wandlung
in den Anschauungen folgend, sich
jenem doch sehr fremden antiken Stile
„der Renaissance" zuwandte, war das
Resultat durchaus kein undeutsches,
sondern ein so nationales, daß man
wenigstens anno 1876 an gar keinen
anderen Stil dachte, wenn man recht
kernig deutsch schaffen wollte.

So sei auch diese Erkenntnis leitend bei
der Kritik des Neuen, was uns hier oder
anderwärtsgezeigt wird. Nichtausdem Deutsch-

FUR EINEN BRUNNEN IN KEMPTEN

Schaffen-wollen geht das Gute und Deutsche
hervor; viel mehr wird das Tüchtigste, ernst
Ueberlegte nicht das, was auf sentimentale
Liebhabereien Rücksicht nimmt, also auch
nicht mit den vagen und historisch meist sehr
anfechtbaren Vorstellungen von Volkskunst
und Heimatskunst liebäugelt, — dem Ruhme
Deutschlands trotz aller noch gegenwärtigen
Bezweiflungen und Anfeindungen am besten
dienen.

# *
#

Bruno Paul tritt noch mehr als früher
als bedeutender, neuschöpferischer Gestalter
hervor. Sein quadratischer Repräsentationsraum
wird trefflich durch die beiden seitlichen
Portale als Zentralraum der Ausstellung charakterisiert
. Die Wände sind mattgelb, der
breite Fries, der von den beiden Portalen
überschnitten wird, ist leicht gelb getönt, der
gewölbte Plafond weiß. Die Portale selbst
sind in Kiefersfelder Marmor ausgeführt und
zeichnen sich durch monumentale, ruhige
Behandlung und durch die Wahl schöner

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