Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 97
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REMBRANDT

BILDNIS SEINER MUTTER

BILDNISSE VON KÜNSTLER-MÜTTERN

Von Hans W. Singer

Man hat das unsere bereits das „Zeitalter
des Kindes" nennen wollen — wohl etwas
voreilig. So weit sind wir noch lange nicht,
unbeschadet einiger prächtigen Erscheinungen
wie die Versuche Ingersolls, Herbert Spencers
und ähnlicher Geister, dem Kind zu seinem
Recht zu verhelfen. Vorderhand blieben sie
noch ziemlich vereinzelt. Nicht länger vereinzelt
aber blieben die mächtigen Bestrebungen
, die unsere Epoche zum Zeitalter der
Frau gestempelt haben. Auch hier hat es ja
früher an einzelnen Erscheinungen, einzelnen
Versuchen nicht gefehlt, die den Zweck hatten,
der Frau im allgemeinen zur Freiheit zu verhelfen
. Zum Durchbruch ist eingestandenermaßen
die Bewegung erst jetzt gekommen.
Ja, das Verständnis für die Ebenbürtigkeit der
Frau, kann man sagen, ist in wirklichem
Maße doch erst heute erwacht, und zu den
vielfachen Betrachtungen, die diese Behauptung
beweisen, kann man auch jene herbeiziehen
, die sich mit dem Thema beschäftigt,
das unseren Zeilen vorgeschrieben steht.

Wenn die Frau geschätzt und gepriesen
werden sollte schon von alters her, so ward
sie immer in erster Linie als Mutter gepriesen.
Als es sich vor einiger Zeit darum handelte,
Bildnisse von Künstlermüttern für eine Ausstellung
zusammenzusuchen, fand man im
Handumdrehen den Nachweis von fünfzig
solchen aus unserer Zeit zu je einem aus
früheren Jahrhunderten! Namentlich die
Romanen versagten fast gänzlich und alle die
berühmten Maler, von denen doch mancher
die Züge seines Vaters verewigt hat, scheinen
an die Mutter nicht gedacht zu haben.

Etwas besser steht es schon um die Germanen
, und so war auch die älteste Probe
eines Mutterbildnisses in der damaligen kleinen
Ausstellung die berühmte Kreidezeichnung,

Die Kunst für Alle XXI. 5. 1. Dezember 1905.

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