Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 264
(PDF, 172 MB)
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PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN — DENKMÄLER <^=^

edwin a. bell

frühling

kahlen düstern Raum, dessen Dunkelheit auch symbolisch
durch einen erloschenen Hängeleuchter angedeutet
ist. Durch eine weite Türöffnung tritt
nun Jesus zu diesem Volke herein und hinter ihm,
um ihn, mit ihm dringt eine Flut goldenen Sonnenlichtes
in den Raum, welche die schlanke Prophetengestalt
verklärt, als wäre diese selbst die Quelle
des erquickenden Lichtstroms. Und doch ist in
Wahrheit jede Andeutung einer übernatürlichen
Verklärung vermieden. Mit gläubigen, beglückten,
hoffnungsvollen Gesichtern sehen jene, »die da im
Finstern saßen«, dem Erlöser entgegen — besonders
die Gestalt eines sitzenden jungen Weibes, das
mit kindlicher Gebärde die Hände erhebt, ist rührend
. Die ganze Gruppe ist kraftvoll und ungezwungen
komponiert und das verwickelte Beleuchtungsproblem
ist malerisch mit voller Meisterschaft
gelöst. Wenn man bedenkt, daß Uhde dieses umfangreichste
seiner Bilder als erste größere Arbeit
nach langer, schwerer Krankheit geschaffen hat,
so muß man seine Energie und die ungebrochene
Kraft seines Talentes nicht wenig bewundern. Hoch
erfreulich bleibt es aber auch, daß sich endlich
einmal in kirchlichen Kreisen Auftraggeber gefunden
haben, die einen Maler wie Fritz v. Uhde frei und
uneingeschränkt von den Fesseln der Tradition seine
menschlich-religiöse Kunst entfalten ließen. f0.

KARLSRUHE. Professor Wilhelm Trübner
arbeitet zur Zeit an einem Porträt des Königs
von Württemberg.

ÜNCHEN. DemKunstmalerRiCHARDPiETzscH
ist vom Deutschen Künstlerbund für das Jahr
1906 ein Atelier in der Villa Romana in Florenz
zugewiesen worden. — Das Kunstreferat im Kultusministerium
ist dem Kgl. Regierungsrat Dr. Winterstein
übertragen worden.

ESTORBEN. Am 22. Dezember 1905 in St. Peters-
bürg der achtzigjährige russische Landschaftsmaler
Lew F. Lagorio : er malte vornehmlich

Marinen und Landschaften und schöpfte seine Motive
mit Vorliebe in Italien, der Krim, dem Kaukasus,
Kleinasien etc.; besonders geschätzt waren seine
Aquarelle; in Düsseldorf der Maler Eberhard
Stammel im Alter von 74 Jahren.

DENKMÄLER

A/TÜNCHEN. Vorigesjahr wurde der Stadtgemeinde
München von einem ungenannt sein wollenden
Bürger eine Stiftung von 200 000 M. übergeben mit
der Bestimmung, daß nach seinem Tode zum Gedächtnis
an die Regierung des Prinzregenten Luitpold
ein Monument, das einen künstlerischen Abschluß
des Maximiliansplatzes abgeben solle, aufgeführt
werde. Die auf das Preisausschreiben eingelaufenen
73 Entwürfe sind zur Zeit im Neuen Nationalmuseum
ausgestellt. Konnte das Preisgericht unter diesen
Arbeiten auch eine Anzahl höchst anerkennenswerter
Leistungen feststellen, so entspricht nach seiner
Meinung doch keiner der Entwürfe ganz den Anforderungen
an die monumentale Umgestaltung des
Platzes. Mit den Autoren der beiden besten Entwürfe
, »St. Martinus« von Bildhauer Hermann
Hahn und Architekt Karl Sattler, und »Maestoso«
von Architekt G. Bestelmayer und Bildhauer
G. Albertshofer, sollen Unterhandlungen wegen
Umgestaltung ihrer Entwürfe gepflogen werden. In
dem St. Martinus-Entwurf schließt eine Reiterfigur
des heiligen Martin den Plan nach hinten ab, rechts
und links befinden sich offene Zierbauten in Tempelform
, im Vordergrund eine Brunnenanlage; der Entwurf
»Maestoso« zeigt vorne ein Wasserbecken, links
und rechts eine liegende Männer- und Frauenfigur
(Main und Donau), der Hintergrund wird durch einen
Tempel mit Brunnen und einer Flora abgeschlossen.

1V/IAILAND. L. Bistolfi hat nunmehr das Grab-
mal Segantinis vollendet; es wird auf der diesjährigen
Internationalen Ausstellung in Mailand zu
sehen sein und soll dann auf der Grabstätte in
Maloja zur Aufstellung kommen.

Redaktionsschluß: 1. Februar 1906 Ausgabe: 15. Februar 1906

Für die Redaktion verantwortlich: F. Schwartz
Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. — Druck von Alphons Bruckmann. — Sämtlich in München


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