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-*~4=^> DIE DEUTSCHE JAHRHUNDERT-AUSSTELLUNG <ö^>
breitesten Schichten als Aufreger. Er
regt in den Leuten den Zorn auf, wie ich
mit Schrecken beobachten mußte. Er genießt
somit posthum eine Situation, in die sonst
Künstler bei ihrem ersten Auftreten sich
versetzt sehen.
Die Ausstellung ist natürlich chronologisch
angeordnet, ferner in landschaftlichen Gruppen.
Sie beginnt im obersten Stockwerk und führt
bis in das unterste Geschoß herab. Zum
Heile der deutschen Kunst wollen wir aber
unter allen Umständen annehmen, daß ihr
Werdegang umgekehrt ein emporsteigender
war.
Ich habe nicht den Eindruck, daß die Bewertung
der Künstler, die am Eingang der
hier vorgeführten deutschen Kunstepoche
stehen, eine erhebliche Aenderung erfahren
wird. Ueber A. F. Oeser, von dem sich der
Klassizismus herleitet, wird heute keine Seele
mehr in Wallung geraten. Das in hölzernem
Rokoko arrangierte und gemalte Gruppenbild
seiner Kinder, das aus Dresden auf die
Ausstellung kam, beweist unseren Augen auf
das kläglichste, daß dieser Künstlername
lediglich in den großen literarischen Erinnerungen
fortlebt, in die eingeschlossen er
sich konserviert wie das Insekt im Bernstein.
Was soll man ferner über Carstens sagen?
Man will ja niemand wehren, diesen braven
Mann und abstrakten Zeichner, in dem
offenbar das nachempfindende Verständnis
der südländischen Kunst mit ihrer „großen
Gebärde" sich zu regen beginnt, zu verehren.
Nur als schöpferischer Genius kann er uns
nicht mehr aufgedrängt werden. Die Kunstliebhaber
gehen ihm scheu aus dem Wege.
Auchdie holdselige Angelika, von der übrigens,
neben manchem anderen, ein weibliches Bildnis
ausgestellt ist, das im Kolorit und in
einer gewissen Herbheit der Zeichnung nicht
eben süßlich wirkt, veranlaßt uns zu keiner
Abwandlung unseres Urteils. Dagegen wieder
Anton Graff! Die Ausstellung bekräftigt
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