Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 274
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-*==^> DIE DEUTSCHE JAHRHUNDERT-AUSSTELLUNG "C^=*~

aufs neue, was wir von ihm immer wußten,
daß er ein echter, wahrhaft tüchtiger, prächtiger
Bildnismaler ist, ja, der weitaus beste
deutsche wirkliche Malenkönner seiner Zeit,
dessen Werke durchaus Befriedigung geben,
die für sich stehen, die uns nicht erst durch
die Brille historischer Betrachtung nahe gebracht
zu werden brauchen. Sein Hauptstück
ist hier das Bildnis der Frau Christiane
Regina Böhme: es muß eine Lust sein,
so auf die Nachwelt zu kommen. Malerisch
kostbar sind die grünen Schleifen
auf dem gelben Kleid. Merkwürdig, weil
etwas aus der Art fallend, ist das Porträt
seiner Frau mit Töchterchen, übrigens eine
Replik, in kleinem Maßstab, auch in der
Farbe und Pinselführung abweichend, aber
ungemein intim und herzlich in der Auffassung
. D. Chodowiecki ist reichlich vertreten
als Maler, und die besten seiner Sachen
sind die, in denen er nicht nach Watteau und
Lancret hinschielt, sondern das Leben seiner
Zeit unmittelbar wiedergibt wie in seinen
Radierungen und Zeichnungen: alle ersten
Berliner exzellieren als Zeichner, es ist eine

ununterbrochene Kette: Chodowiecki, Schadow,
Krüger, Menzel!, Liebermann. Ob es nötig
war, sieben Bilder H. F. Fügers herzubemühen,
die ihn als Großmaler ja doch nicht „rehabilitieren
" können? Als Porträtminiaturisten,
worin er Rang und Unverwelklichkeit behauptet
, zeigt ihn uns hier besonders das aus
Tübinger Privatbesitz unverhofft aufgetauchte,
bisher verschollene Bildchen, das ihn selbst
und seinen Bruder, den Klaviervirtuosen,
vergegenwärtigt. Wer möchte sich nicht an
der Vollkraft J. A. Kochs freuen! In den
17 Bildern, die wir hier sehen, zeigt er uns
alle Seiten seiner Begabung. Freilich wirkt
er als alter Meister, sehr alter, veralteter.
Von den Bildern, die mit seiner dereinst viel
bewunderten Staffage übersättigt sind, wenden
wir uns lieber zu den reinen Landschaftsdarstellungen
kleineren Formats, und selbst da
ziehen uns die einfacheren Motive am meisten
an: die Schlucht im Walde von 1796 wäre
eine passende Dekoration zur Schlußszene des
Goetheschen Faust „Waldung, sie schwankt
heran". G. Schicks Paradebild aus der Stuttgarter
Galerie „Apoll unter den Hirten"

JOHANN F. OVERBECK (1789-1869) FINDUNG MOSES

Deutsche Jahrhundert-Ausstellung Berlin 1906

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