Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 286
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_13_1906/0352
-^s£> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^=v~

die vielleicht weniger begabt ist, als manche andere
der Ausstellerinnen. Charakteristisch für einige
Malerinnen sind ihre Versuche, durch starke Pikan-
terien sich die Beachtung zu verschaffen, die ihnen
ihre Kunst nicht gewährt. Diese Damen scheinen
nicht zu ahnen, wie tief sie sich erniedrigen, und
wie wenig ihr Bekanntwerden mit Kunst zu tun hat.

Hans Rosenhagen

WHEN. Die Sezession eröffnet Mitte März ihre
Früh) ahrsausstellung, die, wie alljährlich,
in der Hauptsache Werke der österreichischen
Künstler enthalten wird. In erster Reihe werden
die ordentlichen Mitglieder der Sezession mit ihren
neuen Arbeiten vertreten sein. Auch Nichtmit-
glieder können, falls sie Oesterreicher sind, daran
teilnehmen. Außerdem haben einige persönlich
eingeladene Künstler aus Deutschland ihre Beteiligung
zugesagt.

Y/I AGDEBURG. Im Kunstverein konzentrierte sich
das Interesse während der Ausstellungen nach
Weihnachten namentlich auf die reichhaltige Kollektion
Edvard Münch, dessen Graphiken viele
Bewunderer fanden, während die Malereien seiner
Hand mit kühler Reserve aufgenommen wurden. —
Ein junger talentvoller Magdeburger Künstler stellte
sich uns vor in Heinrich Schulz, der in seinen
technisch sorgfältigen Tempera-Landschaften gute
Proben einer durchgeistigten echt deutschen Naturauffassung
gab, die von rein referierendem Abschreiben
ebenso weit entfernt ist, wie von phantastischdekorativer
Umwertung. Hoffentlich gewinnt er in
stetem, angestrengtem Naturstudium immer mehr an
innerlicher Festigkeit und Selbständigkeit, die ihn
davor bewahrt, ins Fahrwasser eines unserer Großen
zu geraten, mag er nun Thoma oder Böcklin heißen.

CHRISTIAN MORGENSTERN (1805-1867) wasserfall IN NORWEGEN

Deutsche Jahrhundert-Ausstellung Berlin 1906

DREMEN. Eine fast lückenlose Sammlung der
DüRER'schen Kupferstiche und Holzschnitte ist
durch Schenkung des Sammlers Mummy in Hannover
in den Besitz der Bremer Kunsthalle gelangt.

l/'ÖLN. Im Kunstverein war eine umfangreiche
Sammlung von Bildern des Düsseldorfers Heinrich
Hermanns ausgestellt: Landschaften mit vortrefflicher
Behandlung von Luft und Licht — am
besten wohl die feuchten Nachmittags- und Abendstimmungen
aus Dordrecht — und sodann eine
Reihe von sehr feinen lichtdurchfluteten Kircheninterieurs
(das Hauptstück: »Am Hochaltar der Kathedrale
zu Toledo«). Auch die Radierungen von
Haberl (München) sollen nicht unerwähnt bleiben.

Der Kunstsalon Lenobel zeigte kleinere Kollektionen
von Sch reu er, Leistikow, Engstfeld
und H. von Volkmann; einzelne Bilder von Liesegang
, A. Dirks (Düsseldorf), Theo Winter
(München), von Franz Stassen (»Die vier Lebensalter
«), W. Firle (»Allein auf der Welt«). Ferner
Zeichnungen von Steppes, Fidus, Wildermann
und D. Cameron; Radierungen von Reifferscheid
und eine größere Anzahl französischer Farbenradierungen
; endlich Skulpturen von Grasegger (Köln)
und Heinz Müller (Düsseldorf). — Bei Schulte
wurden letzthin größere Kollektivausstellungen geboten
von Dreydorff, Feddersen, Munthe und
Wenglein. Die kraftvollen und tonschönen Stilleben
von Charles Schuch waren das köstlichste, was
man seit langer Zeit in Köln hat sehen können. Endlich
seien noch die Porträts von H. Behm und
J. WoLF-Thorn erwähnt, von Defregger eine »Wallfahrt
« und von Böcklin die »Venus Genitrix«.

fortlage

l/'ARLSRUHE. Im hiesigen Kunstverein war zum
ersten Male eine große Kollektion des bekannten

Münchner Hauptmeisters
Albert von Keller,
eines der Führer der
dortigen Sezession, ausgestellt
, die namentlich
in koloristischer Hinsicht
, mit ihren flott und
brillant vorgetragenen,
oft fast virtuosenhaften
Effekten, reichlichen Beifall
fand, zumal sie ja
auch den klarsten Beweis
dafür lieferte, daß
der hochbegabte Künstler
, was ja heutzutage
nicht jeder mehr fertig
bringt, wirklich zu malen
versteht. Auch der Karlsruher
Hermann Göhler
, ein früherer Schüler
von Professor Ferdinand
Keller, ist ein
hervorragendes koloristisches
Talent, gleich gewandt
in Porträts wie in
Genrestücken und reizenden
, vielleicht hie und
da etwas zu einseitig dekorativ
aufgefaßten Landschaften
. Weitere tüchtige
Kollektionen bringen
der Dresdener Walter
Besig - Capri, Anna
Uehlein und Adolf
Luntz - Karlsruhe und
der bekannte römische

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