Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 365
(PDF, 172 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_13_1906/0437
DIE FRÜHJAHR-AUSSTELLUNG DER MÜNCHENER SEZESSION

mm

WmwBBm*

THEODOR HAGEN

HAFEN IN HAMBURG

Frühjahr-Ausstellung der Münchener Sezession

Hess in seiner „Spanierin" und ebenso ist
Hans Kempens „Dame im blauen Hut"
eine brillante koloristische Leistung. Hugo
Schneggs Bildnis eines Musikers, nicht ganz
frei von Pose, ist gut gemacht und sicher
trefflich als Charakteristik. Das erstere kann
man auch von August Baumüllers breit
hingesetztem Bild eines „Laufmädels" sagen,
das freilich von Pose ganz frei ist und schon
fast einen karikaturistischen Zug aufweist.
Daß hier ein gesundes Können und ein ehrlicher
Wille am Werke sind, beweist des
gleichen Malers Bildnis „Vor dem Spiegel".
Weicher und feiner im Ton wird die Malweise
des Künstlers wohl noch werden! Eine
seltsame Arbeit ist Jakob Nussbaums — fast
lebensgroße! — Spazierfahrt eines Equipagenbesitzers
in der porträtgetreu abkonterfeiten
teuren Equipage, an der man beinahe noch
den Preiszettel des Wagenbauers suchen
möchte. Hat man sich über die nicht eben
anziehende Idee beruhigt, so sieht man in
dem Bilde, auf dem das Grün der Parklandschaft
so hübsch zu dem Braun des Fuhrwerks
stimmt, bald eine tüchtige Arbeit, ein
nicht gewöhnliches malerisches Können, das
man an einen erfreulicheren Gegenstand gewendet
wünschte. Resolut gemacht sind Carl
Liners wasserschöpfender Senner in blauer
Jacke, Maria Magdalena Lüdders Gartenszene
in schärfster Mittagssonne, Willy Tied-
jens „Abend auf der Heide". Curt Ullrich
hat das Bild eines Mädchens in
Weiß mit einem Rosenkränzlein im Haar
vor blauem Grunde zu kräftiger, Richard
Schönfeld das Bildnis seines Vaters zu
allzu kräftiger Wirkung gebracht. Der knallrote
Vorhang auf dem letzteren Bilde wirkt
schon brutal — vielleicht ist er allerdings
durch Verhältnisse des Raumes, in den das
Bild gehört, entschuldigt. In einer unendlich
zart getönten Studie „Maiabend" hat Emmy
Walther alle Raffinements der „Dachauer
Palette" erschöpft, Max Koppen bringt das
feine Konterfei einer jungen Dame in Weiß,
Friederike von Koch (Graz) das ergreifende
Bild eines blassen jungen Mädchens „Am
Fenster", St.v.Korzeniewski die interessante

365


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_13_1906/0437