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-^s£> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <Ö5^
NEUBAU KUNSTSALON SCHULTE, BERLIN « VORSAAL
sucht sein Heil als Landschafter, jedoch mit wenig
Erfolg. Im Genre >Das Talente leistet er wie früher
Gutes. W. Makowski schwelgt wie üblich in Kleinrussland
. Vorzügliches leistet in Porträts N. Kus-
nezaw. Gut sind ferner Nikiforows Porträts,
Frau O. Nataljinas >Die Mutter«, W. Chaljawins
»Terrasse«, A. Skalons »Nacht«, P. Petrowi-
tschews »Ein Abend vor dem Gewitter«, W. Dja-
konows »Studie«,J.Mintschenkows »Verlassener
Tempel«, K. Lewins »Anfang des Winters«, J. Kal-
mykows »Frühling am Don«, M. Germaschews
»Mossauer Vorstadt«. Weniger
gelungen sind die Skulpturen
N. Andrejews. Die alten Wanderer
Wolkow, Beggrow,
DUBOWSKI, KlSSELEW, KAS-
satkin und Mjassojedow
stellen nur Minderwertiges aus.
A. B.
PvESSAU. Die Vereinigung
bildender Künstler veranstaltet
in Dessau ihre zweite
Ausstellung. Die Ausstellung
findet in den von Architekt
Schultz geschaffenen Räumen
statt und wird am 1. Mai eröffnet
. R.
wertes geleistet hat. Besonders traten zahlreiche
Studien und Skizzen aus den jüngeren Jahren des
Künstlers hervor, die eine ausgesprochene, in seinem
Wirken aber wenig zu größerer Geltung gekommene
Begabung für Landschaftsmalerei und Architekturzeichnung
bekundeten. -r-
DRÜSSEL. In der Ausstellung des Cercle pour
l'art tritt Eug. Laermans mit seinen Bildern
»Kleiner Dorfkirchhof« und »Im Heu« am stärksten
hervor. Nach diesen beiden Werken sind noch besonders
die Arbeiten von Isidore Opsomer, der
Straßen und Häuser in außerordentlich plastischer
Weise vor uns aufbaut, ein Triptychon von Henri
Ottevaere, das freilich in der Komposition nicht
ganz frei und in der Koloristik wenig harmonisch
ist, ferner einige Kreidezeichnungen und Porträts
von Firmin Baes und Franz von Holder zu
erwähnen. Francois Beauck zeigt in seinem
»Penseur« und im »Richter« Kabinettstücke feiner
Ausführung und starker Charakteristik. Von den
skulpturellen Einsendungen erregen Phil. Wolfers
»Zyklus der Stunden«, eine harmonisch wirkende
zweiteilige Marmorgruppe von Frauenkörpern, sowie
die Elfenbein-»Pandora« von de Rudder, die als
Skulptur freilich etwas spielerisch wirkt, besonderes
Interesse.
In der Künstlergruppe »Vie et Lumiere« hat
Emile Claus Schule gemacht. Jeny Montigny
kann ihren Lehrer nicht verleugnen. Anna Boch
zeigt einige ausdrucksvolle Küstenbildchen, Anna
de Weest das sonnige und lebendige Porträt einer
jungen Frau und ein Bild »Mai fleuri« von frischen,
leuchtenden Farben. Ferner sind zu erwähnen:
Paule Deman mit einigen Mittelmeer-Landschaften,
Georges Buysse, ein ausgezeichneter Freilichtmaler
, mit seinem »Sonnenaufgang«, Rudolphe
Desaegher mit zart ausgeführten Pastells, und
schließlich Georges Lemmen.
In der Ausstellung der Libre esthetique zeigt
Lucie Cousturier (Paris) wahre Farbenorgien,
denen es freilich sehr an Harmonie fehlt. Von
Rene Cevers sehen wir einige stimmungsreiche
zarte Bilder. Das Hauptinteresse ziehen aber die
Arbeiten von Felix Borchard, Porträt?tudien, so-
pvARMSTADT. Der Kunst-
*-* verein hat zum Gedächtnis
an den kürzlich verstorbenen
Prof. Aug. Noack eine große
Ausstellung aus dessenNichlaß
veranstaltet. Sie gab eine gute
Uebersicht über sein Schaffen,
das sich im wesentlichen auf
dem Gebiete religiöser Malerei
und der Porträtierungskunst betätigte
und darin Anerkennens-
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der rote saal
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