Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 384
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_13_1906/0456
VON AUSSTELLUNGEN PERSONAL-NACHRICHTEN <^ä^

wohl im Freilicht als im Interieur, auf sich. Die
Nachlaß-Ausstellung des verstorbenen Akademiedirektors
Verheyden ist reich an Zahl und Eindrücken
, leider aber auch erstaunlich ungleich an
Wert. Von Bildwerken seien erwähnt Jeanne
Serruys von Bernhard Holtiger, eine Frauenbüste
und eine Bronze von Aristide Maillot.

T ONDON. Die so viel besprochene, auf die Initiative
■^der vorgeschrittensten englischen Künstler zurückgehende
Deutsche Kunstausstellung wird, wie nun
festgesetzt, in den Monaten Mai, Juni und Juli stattfinden
; die Eröffnung erfolgt am 22. Mai. Das
Arrangement der Ausstellung stammt von Professor
van de Velde. — Am 2. Mai wurde bereits die
vom Münchener Kunstsalon Heinemann veranstaltete
Ausstellung Münchener Künstler in der Crafton
Gallery eröffnet, an der sich die hervorragendsten
Vetreter der Münchener Kunst beteiligen.

DERLIN. Die K. Nationalgalerie erwarb um den
Preis von M. 25000.— ein Jugendwerk Menzels,
>Bauplatz mit Weiden«.

OREMEN. Für die Sammlung der Kunsthalle ist
das 1866 von Monet gemalte Porträt seiner
Gattin erworben worden.

'W/'EIMAR. Die Eröffnung der Ausstellung des
Deutschen Künstlerbundes ist nunmehr auf
1. Juni festgesetzt worden.

PERSONAL- UND

ATELIER-NACHRICHTEN

CTUTTGART. Der Münchener Maler Robert
^ Weise, Mitglied der »Scholle«, ist vom Verein
der Kunstfreunde unter Garantie einer bestimmten
Jahreseinnahme aufgefordert worden, seinen Wohnsitz
in Stuttgart zu nehmen; es wird dort ein Ateliergebäude
für die zu berufenden Künstler errichtet
werden.

CRANKFURT a. M.
*■ Swarzenski die
Direktion der Galerie
des Staedel-
schen Kunstinstituts
übernommen. Der
bisherige Direktorialassistent
Ludwig
Flett scheidet, um
sich Studien im Ausland
widmen zu können
, aus seiner Stellung
aus.

DERLIN. Den
Lehrern an der
Kgl. Kunstschule in
Berlin, Porträt- und
Genremaler Karl
Keinke und Maler
Franz Kruse ist
vom preußischen
Kultusminister der
Professortitel verliehen
worden.

FNRESDEN. Hier
^ ist am 3. April
der Bildhauer

Mit dem 1. April hat Dr.

ff: «

bert Henze im 79. Lebensjahre gestorben. Er war
am 8. Juli 1827 zu Dresden geboren, erlernte zunächst
das Schlosserhandwerk und ging erst mit 27Jahren zur
Kunstakademie über. Seine Lehrer waren Schilling
und Hähnel in Dresden. Seine Hauptwerke sind das
Dresdner Siegesdenkmal für 1870/71 (die siegreiche
Germania mit vier sitzenden allegorischen
Gestalten), die Standbilder der Kurfürstin Anna
von Sachsen in Dresden (Mutter Anna) und der
Barbara Uttmann in Annaberg in Sachsen (die das
Spitzenklöppeln im sächs. Erzgebirge organisierte),
das Brunnenstandbild der Reformationshelden Wolfgang
von Anhalt in Bernburg, das Denkmal des Abtes
Vogler in Darmstadt, die geflügelte Siegesgöttin auf
der Kuppel des akademischen Ausstellungsgebäudes
in Dresden, dazu zahlreiche Grabdenkmäler, dekorative
Arbeiten und Bildnisbüsten. Henze war ein
tüchtiger Künstler im Sinne der Dresdner klassizistischen
Richtung, der er vermöge seiner akademischen
Schulung angehörte. — Einige Tage vorher,
30. März, starb der Nestor der Dresdner Maler
Christian Friedrich Gönne im Alter von fast
93 Jahren. Sein Tod ruft die Erinnerung an uralte
längst dahingegangene Zeiten der Dresdner Kunst
wieder wach. Gönne wurde am 30. Mai 1813 zu
Dresden geboren; er erhielt seine Ausbildung in
Dresden und Antwerpen, dann in Berlin, München
und Rom. Dann bereiste er Frankreich, England
und Schweden. Um 1840 ließ er sich in Dresden
dauernd nieder. Bald darauf errang er mit dem Genrebild
»Des Räubers Reue« im Sächsischen Kunstverein
einen großen Erfolg. Eine ganze Reihe von
novellistischen und romantischen Genrebildern, wie
sie damals beliebt waren, gingen in der Folge aus
seinem Atelier hervor: Ein Minnesänger, die Kon-
venienzheirat, Der Bajazzo im Zwischenakt, Der Tod
des Geizigen, Der treue Blondel findet seinen König
Richard Löwenherz, Brennende Erinnerungen (Kunsthalle
zu Hamburg), Der Steckbrief, Bauernfänger in
der Dorfschenke (1857) u. s. w. Auch zahlreiche religiöse
Bilder — zum Teil in sächsischen Dorfkirchen
— und Bildnisse hat Gönne gemalt und zwei anregende
kleine Schriften veröffentlicht: Flüchtige
Blicke in Kunst und Natur (1869) und das Gleichgewicht
in der Bewegung (1882). Gönne war

seit 1857 Professor
an der Kunstakademie
zu Dresden,
in den 1880 er Jahren
trat er in den
Ruhestand. Noch
als 75jähriger malte
er sein Selbstbildnis
. Seitdem ist er
nicht mehr an die
Oeffentlichkeit getreten
.

9

4

Ro-

albert schlopsnies der sieger

Frühjahr-Ausstellung der Münchener Sezession

/GESTORBEN: in
Budapest der
Maler Alexander
Bihari; am 7. April
in München im Alter
von 82 Jahren der
Historien-und Landschaftsmaler
Professor
Julius Zimmermann
; von ihm
sind einige der Bilder
aus der bayerischen
Geschichte
im alten Nationalmuseum
.

Redaktionsschluß: 19. April 1906

Für die Redaktion verantwortlich: F. Schwartz
Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. — Druck von Alphons Bruckmann. -

Ausgabe : 3. Mai 1906

Sämtlich in München


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