Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 404
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^-4^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <ö^~

leon wyczolkowski

Frühjahr-Ausstellung der Wiener Sezession

Bilder und die „Thüringer Dorfstraße"! Und dann
wieder dieser melancholische Ernst in seiner „Ernte"
mit den aufgerichteten Kornmieten unter dem
schweren grauen Himmel. In der „Dorfstraße in
Bad Berka", die nur ein Weg ist zwischen sanften
grünen Hügeln, ist das Besondere der Thüringer
Natur ganz wunderbar getroffen, während das „Frühstück
im Freien" aus jener Zeit stammt, wo die
Farben des begabten Malers einen unangenehm kalten
Ton angenommen hatten, den sie inzwischen, Gottlob
! wieder verloren haben. Max Thedy läßt einen
„Trinker" sehen, der einem holländischen Maler
des 17. Jahrhunderts Ehre machen würde, Franz
Sturtzkopf einen Menzelhaften
„Chorstuhl im
Kloster Maulbronn" und
Otto Rasch einige Interieurs
, unter denen eine
auf Gelb und Grau gestellte
„Lübecker Diele"
und der in Braun und
Grün gehaltene „Lübecker
Füchtingshof" die
künstlerisch reizvollsten
sein dürften. Die Nachlaß
-Ausstellung des Berliner
Landschafters Eduard
Fischer bietet
nichts Bemerkenswertes,
außer dem Bildnis, das
Wilhelm Leibl einst
von dem Verstorbenen
gemalt, in der zeichnerischen
Holbeinartigen
Weise, die er nur eine
gewisse Zeit bevorzugte.
Der Dargestellte war
keine besonders sympathische
Erscheinung mit
seinen geröteten Augen,
seinem von einem dünnen
Schnurrbart umgebenen
, wenig angenehm

geformten Mund. Aber
wie Leibi diese Augen
mit den entzündeten Lidern
, diese zarte blonde
Haut, dieses hochgebürstete
Haar gemalt hat,
das fordert zur höchsten
Bewunderung heraus.
Dieses Werk des großen
Meisters gelangt hier zum
erstenmal vor dieOeffent-
lichkeit. Die Farbenzeichnungen
von Emilie Me-
diz-Pelikan zeigen Verwandtschaft
mit deren
jüngst ausgestellt gewesenen
Bildern und erinnern
durch das Bestreben
der Künstlerin, in Form
und Farbe zu stilisieren,
teilweise an japanische
Farbendrucke.

Der Salon Fritz Gurlitt
hat seine Räume mit einer
großen Kollektion von
Bildern und Radierungen
des Ehepaars Oscar
Graf und CäcilieGraf-
Pfaff gefüllt. Lieber die
graphischen Leistungen
Oscar Grafs braucht kaum etwas gesagt zu werden.
Der Künstler ist als einer der besten deutschen Techniker
bekannt und viele seiner Radierungen, wie
„Der Ritter" oder die „Pietä" haben weite Verbreitung
gefunden. Weniger bedeutend ist er als
Maler. Er huldigt als solcher einer Richtung, wo
Anschauung durch Gefühl, Natur durch Konvention
ersetzt wird. Das Resultat sind Bilder, die allerlei
auszudrücken scheinen, denen aber im Künstlerischen
jede innere Notwendigkeit fehlt und die darum immer
gleichgültig bleiben müssen. Dieser „David" mit
seinem verunglückten linken Arm, dem aller Knabenübermut
fehlt, dieser ein „Liebeslied" blasende Faun,

aus der tatra

jan rembowsky

grablegung

Frühjahr-Ausstellung der Wiener Sezession

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