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-ff=^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^*~
G. Favretto f etc. — Auch die Pfingstausstellung,
veranstaltet vom Kunstverein für die Rheinlande und
Westfalen in der Städtischen Kunsthalle, ist eine reichhaltige
und durchweg mit guten Arbeiten beschickte.
Wir möchten hier anführen die Werke von H. Angermeyer
, M. Ciarenbach, Carl Faust, Anton Hackenbroich
, Wilh. Hambuchen, Ernst Hardt, Hch. Hermanns
, Eugen Kampf, Franz Kiederich, Jos. Körsch-
gen, Alex. Köster, Klausen, H. Liesegang, Fr. Westendorp
, v. Wille etc. h.
CT. PETERSBURG. Auch die diesjährige »Mir-
^ Iskustwa« -Ausstellung muß als äußerst gelungen
bezeichnet werden. An erster Stelle muß Maljawin
mit einem »Wirbelwinde, einem koloristischen Meisterwerk
, genannt werden. Eine prächtige Farbensymphonie
zeigt der in München lebende Jawlenski
mit seiner »Fuge«. Wrubel stellt ein Bild »Der
Engel« aus, welches den bestgelungenen Werken
des Meisters zur Seite gestellt werden darf. Die
Bilder des jüngst verstorbenen Borissow-Mussa-
tow, dessen starke Seite sein koloristisches Talent
war, erinnern an die Werke Wrubels. »Beim Lesen«
und »Schemen« zeigen, daß in Borissow-Mussatow
ein talentvoller Maler früh von uns gegangen ist.
Der jugendliche Pawel Kusnezow stellt einen
koloristisch wertvollen »Morgen« aus. Uljanov
zeigt das Bildnis der Schauspielerin O. L. Knipper
und Skizzen für das Theater »Studia«. Anisfeld
stellt eine Reihe von Gemälden im phantastischexotischen
Stil aus, unter denen »Der Gram« das
Gelungenste ist. Stark im Kolorit ist W. Milioti
mit »Rosa mistica«, »Un matin d'automne rose«
und »Kermesse«. Sjerow ist durch ein interessantes
Porträt des Sängers Schaljapin vertreten. a. b.
"ELBERFELD. Das Städtische Museum erwarb aus
^ einem der gestifteten Fonds ein Gemälde von
F. G. waldmüller-Wien »Barmherzigkeit«, ferner
ein Gemälde »Landschaft mit Kühen« von C. Seibels-
Düsseldorf, einem in jungen Jahren 1877 verstorbenen
Künstler, der der Düsseldorfer Malerschule angehörend
, sich durch Selbständigkeit in der Beobachtung
und Wiedergabe der Landschaft auszeichnet. — Für
die Skulpturensammlung wurde die Bronzebüste des
Bildhauers Falguiere von Auguste Rodin angekauft.
]\/IOSKAU. Die Bilderschau der »Sr. Petersburger
Künstlergesellschaft«- trug, wie gewöhnlich, einen
so ausgeprägt merkantilen Charakter, daß die Ausstellung
in einem Kunstbericht ganz übergangen werden
darf. Die 34. Jahresausstellung der »Genossenschaft
der Wanderausstellungen* zeigte noch deutlicher wie
früher den Verfall dieser einst so einflußreichen
Vereinigung und ihres einseitigen, untoleranten Programms
. Von den ältern »Peredwishniki« — so
nennt man abgekürzt ihre Mitglieder — kam fast
nur Altmeister Rjepin in Betracht, aber auch er
stand nur in einigen prächtigen Zeichnungen und
einigen der vorzüglichen Porträtstudien zu seiner
»Sitzung des Reichsrats« auf alter Höhe. In seinen
neuesten Porträts jedoch befriedigte er nur selten
und verletzte oft durch fast unglaubliche Geschmacklosigkeiten
. Zu nennen wären noch einige Porträts
des Odessaers N. Kusnetzoff, nicht üble Marinen
Dubowsky's in seinen gewohnten goldigen Tönen,
sowie einige malerisch empfundene, kleinere Bilder
von Nilus und Bakschejeff. Jüngere Talente
waren fast nur mit Landschaften vertreten, so in
erster Reihe Shukowski, der saftige Farben und
starke Sonnenbeleuchtung liebt, doch oft Stimmung
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