Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 488
(PDF, 172 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_13_1906/0574
-^ö> POPULARISIERUNG DER KUNST «(^^

GOTTHARDT KUEHL AUS DANZIG

schon in der Volksschule ausgezeichnet organisiert
. Darin liegt das Hauptmittel zur
Heranbildung eines harmonischen Geschlechtes
, das seine Gaben allseitig gebrauchen kann.

Nach verschiedenen verfehlten Experimenten
hat man bei uns ein dem englischen
ähnliches System des Zeichenunterrichts angenommen
, in welchem das Hauptgewicht auf
die Schulung des Auges und die Kräftigung
des Gedächtnisses für Formen und Farben
gelegt wird. Wie es bei uns heutzutage jeder
fleißige Mensch in der Regel zur vollkommenen
Beherrschung eines musikalischen
Instrumentes bringt, jeder — wenigstens in
einer gewissen Periode des Lebens den
Pegasus besteigt und Lieder eigenen Wachs-
tumes der Auserkorenen widmet ohne von

begeisterten Tanten und Basen darob sogleich
zum Künstler bestimmt zu werden, sollte
man es einst als weiter nichts, denn als eine
Aeußerung normaler Bildung ansehen, wenn
jemand einen Kopf oder eine Figur in Stift
oder Farben korrekt nach der Natur hinsetzen
kann. Deshalb ist er noch lange kein Künstler
, wenn er auch vielleicht heute noch als
besonderes Talent dasteht und in die Kunstakademie
gesandt wird. Zwei Drittel der
Bilder, die heute auf Risiko gemalt werden,
die Kunstausstellungen überfüllen und unverkauft
in die Werkstatt des Urhebers zurückkehren
, werden dann nicht gemalt werden
und die wahre Kunst, das wirkliche Talent,
werden den Vorteil davon haben. Aber nicht
nur das Malen von schlechten Bildern bringt

488


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_13_1906/0574