Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 501
(PDF, 172 MB)
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-ö^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^->^

Stammpublikum, aus dem sich so viel machen
ließe, zu erhalten und zu vergrößern.

GEDANKEN ÜBER KUNST

Um ein Bild zu vollenden, muß man es immer
etwas verderben. Die letzten Striche, die die Harmonie
zwischen den einzelnen Teilen herzustellen
bestimmt sind, zerstören die Frische. Um vor dem
Publikum zu erscheinen, muß man die glücklichen
Nachlässigkeiten ablegen, die die Leidenschaft des
Künstlers sind. Ich vergleiche diese mörderischen
Retouchen mit jenen banalen Ritornellen, mit denen
alle Arien schließen, und den unbedeutenden Zwischensätzen
, die der Musiker zwischen die interessanten
Partien seines Werkes setzen muß, um von einem
Motiv zum anderen überzuleiten, oder sie zur Geltung
zu bringen. Dennoch sind die Retouchen nicht ganz
so unheilvoll für das Bild, wie man glauben könnte,
wenn das Bild gut gedacht und mit Empfindung
ausgeführt ist. Die Zeit löscht die Pinselzüge aus,
die ersten ebenso wie die letzten, und gibt dem
Werke seine definitive Haltung. Eugene Delacroix

*

Für mich sind Kunstwerke nur durch ihren handwerklichen
Wert interessant. Ein schlecht gemaltes
Bild sagt mir nichts, und ich habe ihm nichts zu
sagen. Sag mir, wie du malst, und ich sage dir,
was du wert bist. Bonvin

VON AUSSTELLUNGEN

UND SAMMLUNGEN

MÜNCHEN. An Ausstellungen ist zur Zeit kein
Mangel. Neben den jährlichen Veranstaltungen
im Glaspalast und in der Sezession bringen die
Galerie Heinemann und der Kunstsalon Zimmermann
Kollektiven. Am erfrischendsten wirkt ohne Zweifel
Hans Thoma bei Heinemann. Immer wieder zieht
uns seine charaktervolle Kunst an. Einer, der sich
selbst treu bleibt, schafft er unermüdlich nach seiner
Weise, während Strömungen und Richtungen im
Kunstleben immer wechseln. Wir freuen uns des
rüstigen Mannes und seiner kernhaften Eigenart.
Möge er noch lange tätig sein im Garten der
deutschen Kunst!

Ernst Zimmermann vermittelt manche interessante
Bekanntschaft; junge Künstler treten an dieOeffent-
lichkeit, zu denen das Publikum kaum den Weg
ins Atelier gefunden. Gegenwärtig findet man dort
eine Anzahl Studien, Skizzen, Reliefs, Büsten,
Figuren des in Paris lebenden Amerikaners
O'Connor. In seinen Arbeiten erkennt man einen
Plastiker, der dem französischen Einfluß untersteht
und dessen Originalität weniger in der Formgebung
als in der Behandlung stofflich interessanter Gegenstände
zutage tritt. Sein Vaterland Amerika gibt
ihm reichlich Aufgaben, deren er sich mit großer
Geschicklichkeit entledigt. Neben rein dekorativmonumentalen
Arbeiten sind eine Reihe von Stein-
und Bronzeplastiken ausgestellt, so daß ein mannigfaltiges
anziehendes und charakteristisches Bild
seines künstlerischen Schaffens gegeben ist. a. h.

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