Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 504
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-^4s£> PERSONAL-NACHRICHTEN DENKMÄLER *(^^

pvRESDEN. Wettbewerb. Zu dem ersten Wett-
bewerb um die Herstellung von Skulpturen für
das neue Rathaus zu Dresden gingen 192 Modellskizzen
von 48 Künstlern ein. Das Preisgericht,
dem von Bildhauern Robert Diez-Dresden, Floßmann-
München, Lederer und Wiedemann-Berlin angehörten
, gewährte einen Gesamtpreis von 1500 M.
je zwei Entwürfen von August Schreitmüller
und Richard Guhr, je einen Teilpreis von
333,33 M. den Bildhauern Karl Röder, Artur
Selbmann, Peter Pöppelmann, Leopold Armbruster
, Bruno Fischer und Arthur Lange,
sämtlich in Dresden.

A/IÜNCHEN. Die Allgemeine Deutsche Kunst-
genossenschaft hielt im hiesigen Künstlerhaus
eine außerordentliche Generalversammlung ab, zu
welcher Vertreter aus allen Kunststädten Deutschlands
erschienen waren.

DENKMÄLER

LJANNOVER. Das Bennigsen-Denkmal, das nach
* *■ den preisgekrönten Entwürfen des Bildhauers
Karl Gundelach und des Architekten Otto
Lüer ausgeführt wird, ist in den vorbereitenden
Arbeiten so weit gefördert, daß die Enthüllung
wahrscheinlich im
Sommer 1907 erfolgen
kann. Die
Errichtung eines
Monuments für
Karl Wilh. Hase,

den Wiederer-
wecker der norddeutschen
Backsteingotik
und den
Begründer dersog.

>Hannoverschen
Schule< ist bei Gelegenheit
der Jubelfeier
der hiesigen
Technischen
Hochschule angeregt
und bereits
durch Aufrufe und
Sammlungen in die
Wege geleitet, pi.

DRESDEN. Aus
dem Wettbewerb
, der für ein
Franzius-Denkmal
in Bremen ausgeschrieben
war,
ging Fritz Schu-
macher-Dresden
als Sieger hervor.

ASCHERSLEBEN
. Brunnen
von Georg Wrba.
Voreinigenjahren
war gelegentlich
einer der häufigen
Münchener Brunnen
den km als-Kon-
kurrenzen eine
Skizze zu einem
Schalenbrunnen
zu sehen, dem

GEORG WRBA

leider, man weiß ja nie, aus welchen inneren oder
äußeren Gründen, die Ausführung versagt blieb. Es
bedurfte der Fürsprache eines einflußreichen norddeutschen
Architekten, der das Projekt zufällig zu
Gesicht bekam, daß der schöne Gedanke des Münchener
Bildhauers greifbare Gestalt erhielt. In
Aschersleben vor dem Rathaus unter der großen
Linde hat das Brünnlein ein schattiges Plätzchen gefunden
, wo sein Murmeln und Rauschen jetzt den
Bürgern der sächsischen Stadt erzählt von süddeutscher
Art und Kunst. Es ist eines seiner Lieblingsmotive
, das Wrba hier variiert. Mit Vorliebe pflegt
er ja bei seinen poetischen Brunnenschöpfungen,
die er geradezu als eine Spezialität ausgebildet hat,
das Wasser in ein abgeschlossenes Gehäuse zu
fassen. Er kennt den Reiz der kühlen Brunnenstube
und die unaussprechliche Poesie der im Verborgenen
rauschenden Felsenquelle. Ein Stück von
solcher landschaftlicher Stimmung suchte Wrba auch
hier in architektonische Formen zu bannen. Dem traditionellen
Schalenbrunnen gibt er einen baldachinartigen
Aufsatz, der in spitz zulaufender Helmform
halb durchbrochen gearbeitet ist und von sieben plastisch
gestalteten Stützfiguren getragen wird. Dieser
Helm überdeckt die im Mittelpunkt der Schale befindliche
Quelle. Ein einfaches Röhrenwerk nach Art der
alten Marktbrunnen leitet das Wasser in die breite
Schale, von wo es aus den Mäulern der Wasserspeier
und aus engen Abflußlöchern dünnstrahlig in das

untere Becken abfließt
. Die scheinbardurchbrochene
Arbeit des Aufsatzes
hat offenbar
den Zweck, die
schwere Masse
leichter und zierlicher
erscheinen
zu lassen. Die kleinen
Figurengruppen
, die das Rippenwerk
des Helmes
tragen, sind
Schöpfungen echt
Wrbaschen Geistes
. Kleine Kobolde
reiten da auf
allerlei Meergetier
und blasen sich
dabei auf Muscheln
und Schalmeien
ein Stücklein
. Der streng
architektonische
Geist,in dem diese
Figuren erfunden
sind, ist einer der
Hauptvorzüge der
Wrbaschen Dekorationsplastik
.
Hier vornehmlich
liegt das Geheimnis
des großen Erfolges
, dessen sich
der junge Münchener
Bildhauer,
wie bisher in seiner
bayerischen
Heimat, so neuerdings
ganz besonders
in der Reichshauptstadt
zu erfreuen
hat. g. H.

ZIERBRUNNEN IN ASCHERSLEBEN

Redaktionsschluß: 5. Juli 1906 Ausgabe: 19. Juli 1905

Für die Redaktion verantwortlich: F. Schwartz
Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. — Druck von Alphons Bruckmann. '— Sämtlich in München


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