Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 13. Band.1906
Seite: 516
(PDF, 172 MB)
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-^ö> DIE „SCHOLLE" IM MÜNCHENER GLASPALAST 1906 <^^~

W. PÜTTNER STUDIENKOPF
Ausstellung der „Scholle", Glaspalast 1906

gekommen; sie wird nach und nach sicher
noch zu der Erkenntnis gelangen, daß man
sich die starken Wirkungen lebensgroßer Darstellung
überhaupt nur für ganz besondere,
in sich berechtigte Fälle aufsparen soll. Dazu,
um in der Masse der übrigen Darsteller sich
bemerkbar zu machen, hat eine Künstlergruppe
von so energischem Streben, so freier
Kühnheit und so reifem Können das Auffallen
durchs Format wahrhaftig nicht mehr nötig!

Auch die „Münchener Hausiererin" (s.
Abb. S. 520) von Franz Wilhelm Voigt mit
ihrem virtuos gemalten Korb voll leuchtend
gelber Märzenbecher hat als Typus wohl keinen
gerechtfertigten Anspruch auf volle Originalgröße
. Als malerische Arbeit darf sie wohl
eine Probe starken Fortschritts des Künstlers
zu frischer farbiger Darstellung heißen, ebenso
wie das sympathische Bildnis der jungen, weißgekleideten
Frau mit dem Fliederstrauß im
Garten (s. Abb. S. 509). Noch höher vielleicht
sind die beiden trefflichen Schneestudien und

die Studie nach einem Kirschbaum im brennenden
Rot seines Herbstkleides zu werten und besonders
kraftvoll ist eine einfach gezeichnete
Bildnisstudie in Kohle. Adolf Höfer bringt
einige wackere weibliche Aktstudien (s. Abb.
S. 514). Nicht ganz originale Arbeit vielleicht,
abergediegen und fleißig gemacht! Sehr schlicht
und wenig auffallend sind die beiden Landschaften
von Gustav Bechler (s.Abb. S. 515).
Neben den großen und farbenprächtigen Figurenbildern
der anderen wird sie mancher übersehen
— aber in ihrer tiefen herben Innerlichkeit
, in dem offenbaren und erfolgreichen Streben
, die markige und einsame Größe der Bergwelt
mit neuen Organen zu empfinden, sind sie
aller Beachtung wert. Fast noch größer und monumentaler
aufgefaßt sind zwei Originalholzschnitte
in wenigen Farben, die Bechler sehen
läßt, Mähderin mit schwerer Last und Berglandschaft
zur Zeit der Schneeschmelze, „Die Sonnenseite
". Für diese Schaffensweise hat der
Künstler sicher eine ganz besondere Begabung.

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