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A. FEUERBACH «MELANCHOLIE. STUDIE ZUR MEDEA (1871)
Verlag von Franz Hanfstängl, München
Von der Architektur, die zwar in einzelnen
der Ausstellungsbauten selbst, wie in dem
an Otto Riethsche Eingebungen gemahnenden
Staatsgebäude von Landbauamts-Assessor Ludwig
Ulimann in Nürnberg, köstliche Blüten
wahrhaft hoher Kunst getrieben hat und auch
in der Kunsthalle mit trefflichen Entwürfen,
Modellen, Ansichten vertreten ist, aber in der
neueren Zeit zumeist und nicht mit Unrecht der
angewandten Kunst zugerechnet wird, müssen
wir hier absehen; und ebenso kann auch die
Plastik nur kurz gestreift werden. Denn obwohl
auch sie, noch bevor wir die eigentlichen,
der Kunst geweihten Räume betreten haben,
durch manche tüchtige Leistung, wie die das
Gebäude der Staatsausstellung bekrönende Atlantengruppe
, die prächtig modellierten kämpfenden
Hirsche auf dem Gebäude der Staatsforstausstellung
und die weithin sichtbare
Norisgruppe auf dem Hause der Stadt Nürnberg
— sämtlich von Philipp Kittler - - bedeutsam
zu uns spricht, obwohl dann in der
Kunsthalle die Werke eines Ludwig Dasio,
Hermann Hahn — bei seinem „auferstandenen
Christus" möchte man freilich bei aller Hochschätzung
einer starken Künstlerindividualität
gleichwohl wünschen: etwas mehr Christus,
etwas weniger Hahn -, Franz von Stuck
und anderer ihre unmittelbare Wirkung auf
den Kunstfreund nicht verfehlen, so vermißt
man doch eben hier zu viele Namen, als daß
von einem deutlichen Gesamtbilde in Bezug
auf die bayerische Bildhauerkunst der Gegenwart
die Rede sein könnte.
Am ehesten ist dieses — wenigstens in dem
oben angedeuteten Sinne — von der Malerei
und ihren graphischen Tochter- oder auch
Schwesterkünsten zu gewinnen, denn sowohl
die „Münchener Künstler - Genossenschaft"
als auch „Luitpoldgruppe", „Secession" und
„Scholle",sowie fernerder„ Verein fürOriginal-
Radierung" und der „Bund zeichnender Künstler
in München" sind im allgemeinen gut vertreten
, so daß man alle Richtungen, von der
äußersten Rechten bis zur äußersten Linken,
die geistigen Strömungen, die das Gebiet der
Kunst durchziehen, die verschiedenen alten
und die aufkommenden neuen Techniken, die
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