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flußt,erscheint Heinr. Kley in seinem figurenreichen
>Tiegelstahlguß bei Krupp«, das besonders in der Bewältigung
der verschiedenartigsten Lichteffekte sehr
Beachtenswertes offenbart. Einer der genialsten Künstler
der hiesigen Schule ist Albert Haueisen, was er
wieder in seinem großzügigen monumentalen >Fami-
lienbild« und namentlich in dem Ruysdael geistesverwandten
, machtvollen >Gewittersturm«, eines der
ergreifendsten Bilder moderner Kunst schlagend beweist
. Von den jüngeren Künstlern, die, wie oben
hervorgehoben, in höchst beachtenswerter Weise sehr
gut vertreten sind, nennen wir v. Amerongen, K. Bartels
, Hans Brasch und H. Meid mit trefflichen Porträts
, Hans Bühler, August Gebhard , Ant. Glück,
Ad. Hildenbrand, Wilh. Lang, R. Maser, K. Mutter,
H. Osthoff, Strich-Chapell, Wallischek, Wilh. Volz,
Anna Uehlein und Uta v. Weech. Sehr reichhaltig
ist auch die graphische Abteilung, insbesondere die
der Künstlersteindrucke, worin bekanntlich die Karlsruher
Schule ganz Hervorragendes leistet, beschickt.
Doch müßten wir, um ihrer auch nur ganz oberflächlich
gerecht zu werden, die überwiegende Mehrzahl
der bis jetzt genannten Namen hier wiederholen
, da fast alle hiesigen Künstler dieser schönen
und dankbaren Kunstgattung erfolgreichst huldigen.
In der plastischen Gruppe finden wir sehr gute
tüchtige Arbeiten von Aichele, Albiker, Bauser, Binz,
Dietsche, Elsässer, Otto Feist, der besonders als
flotter Porträtbildner exzelliert. Gerstel, Heyne,
Konrad Taucher - - der Schöpfer des hübschen
Brunnens an der hiesigen kleinen Kirche —, A.
Sautter, den talentvollen Keramikern Komhas und
Würtemberger und dem immer noch in erster
Reihe stehenden Meister Hermann Volz, dem
hochbegabten Lehrer der meisten hier genannten
jüngeren Plastiker.
VON AUSSTELLUNGEN
UND SAMMLUNGEN
INNSBRUCK. Jahresausstellung des Tiroler Künst-
*■ lerbundes. Nachdem die Schwierigkeiten, welche
in Innsbruck die Platzfrage für die Ausstellungen
noch immer bereitet, gelöst war, wurde die Ausstellung
am 3. August ohne jede Feierlichkeit in
den geschmackvoll ausgestatteten Räumen des alten
Zollamtsgebäudes (II. Stock) auf dem Rennweg eröffnet
. Der allgemeine Eindruck ist ein entschieden
günstiger, da nur gute Werke Aufnahme fanden und
auch die Zahl der über das Durchschnittsmaß der
Güte hervorragenden Arbeiten eine größere ist als
im Vorjahre. Das Programm der Ausstellung besteht
darin, daß nur solche Künstler aufgenommen
sind, die aus Tirol stammen oder in Tirol leben. —
Die größte Anziehungskraft dürfte wohl auch hier
das Kolossalgemälde >Wallfahrer< von A. Egger-
Lienz bilden, neben welchem wir auch einen Raum,
gefüllt mit vorzüglichen Werken von Rudolf Nißl,
karl seibels
schwarze kuh
Deutsche Kunstausstellung Köln 1906
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