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-ö=^5> NEUE KUNSTLITERATUR —PERSONAL-NACHRICHTEN
Freunde benutzten, schon vermöge ihrer ganzen Anlage
, und wenn Bädeker in der Vorrede zur dritten
Auflage sagt: >Spanien und Portugal werden erst
seit etwa einem Jahrzehnt von deutschen Touristen
in größerer Zahl besucht<, so darf er einen Teil
dieser Zunahme auf sein Konto setzen, ohne in
Ruhmredigkeit zu verfallen. Was Kekule und Springer
für die italienischen Reisesücher geleistet haben,
das tat für Spanien der Bonner Professor Karl
Justi. Seine Einführung in die spanische Kunstgeschichte
ist trotz ihres geringen Umfanges von
50 Seiten das Lesenswerteste, was über spanische
Kunst in Deutschland geschrieben. Das Buch hat
in seiner dritten Durcharbeitung natürlich sehr gewonnen
; mußte der Herausgeber bei der ersten
Auflage noch erklären, er müsse einige Teile der
Halbinsel als unbearbeitet noch ausschließen, so
umfaßt die dritte Auflage ganz Spanien und Portugal
auf 650 Seiten des bekannten Dünndruckpapiers
, dazu neun Karten und 41 Plätze. — Ueber
die Grenzen Europas hinaus führt uns Aegypten,
in der ersten Auflage von Georg Ebers bearbeitet,
nunmehr in sechster Auflage von Professor G. Stein-
dorff in Leipzig herausgegeben. Schon diese Namen
zeigen, daß, soweit die Wissenschaft in Betracht
kommt, der Reisende
auch hier auf das beste
unterrichtet wird
und für das übrige
bürgt der Name Bädeker
. So folgen den
praktischen Vorbemerkungen
über Reisezeit
, Ausrüstung
die interessanten Kapitel
: Zur Kenntnis
des ägyptischen Landes
und Volkes, Zur
Glaubenslehre des Islams
(von Professor
Socin), Zur ägyptischen
Geschichte
von Professor Steindorff
, Einführung in
die Hierolglyphen-
schrift, Religion,
Kunstgeschichte,
Arabische Sprache
von demselben; dann
beginnen die Reiserouten
, die bis Obei-
nuK«& und dem Sudan
führen. Man sieht
also, dieses Buch ist
viel mehr als ein
bloßer Reiseführer,
es ist daneben auch
eine wissenschaftliche
Einführung in
alles, was Aegyptisch
heißt.
AlfredGotthold
Meyer, Gesammelte
Reden und
Aufsätze. Berlin
1905. Edmund Meyer
Verlag. Preis geb.
M. 5.—.
Professor Dr. Ludwig
Kaemmerer, dem
Direktor des Kaiser
Friedrich - Museums
in Posen, ist die Herausgabe dieses Sammelwerkes zu
danken. Er hat den Aufsätzen ein fesselndes, kurzes
Geleitwort vorausgesetzt, während Geheimrat Professor
Dr. Julius Lessing durch Gedenkworte an den
Verstorbenen dem Ganzen einen vornehmen Charakter
gibt. — Architektur und Plastik, Bildhauer und
Architekten sind das Thema der meisten hier vereinten
Aufsätze Meyer. Einige andere Aufsätze gelten
kunstgewerblichen Ausstellungen, Klingers Todesphantasien
, dem Bilderbuch, Otto Eckmann und den
Theaterdekorationen Schinkels. Die alte Kunst und
die Kunst der Gegenwart wußte Meyer durch Begeisterung
seinen Hörern oder Lesern nahe zu bringen
und Kunstfreunde und Kunsthistoriker werden mit
Genuß die hier gesammelten Aufsätze lesen.
PERSONAL-
UND
ATELIER-NACHRICHTEN
RUDOLF BOSSELT
Deutsche Kunstausstellung Köln 1906
WfEIMAR. Graf Harry Kessler wird von
™ seinem Posten als Direktor des Großh. Museums
für Kunst und Kunstgewerbe zurücktreten.
CTUTTGART. Professor Ludwig Habich, der,
^ wie schon gemeldet, von Darmstadt nach hier
übersiedelt, wird an
der Technischen
Hochschule die Klasse
für Modellieren,
■ Figuren- und Aktzeichnen
als Nachfolger
des Oberbaurats
Professor
Halmhuber übernehmen
.
TV/IÜNCHEN. Dem
Maler Alex.
Fuks ist der Professortitel
verliehen
worden.
/GESTORBEN. In
Dresden im Alter
von 82 Jahren dev
Maler Prof. Karl
Schönherr, in dzn
weitesten Kreisen
durch die zahlreichen
im Kursthandei erschienenen
Reproduktionen
seiner religiösen
Bilder bekannt
; in München
der Genremaler H. A.
Zirngibl, 42 Jahre
alt; in Innsbruck am
5. August der Landschaftsmaler
Edm.
von Wörndle zu
Adelsfried im Alter
von 80 Jahren; er
hat die Andreas Hofer
-Kapelle in Sand
im Passeyer mit Bildern
geschmückt; bekannt
von ihm sind
auch sein Parzival-
Zyklus im Theater
zu Brixen und seine
Bilder in der Kurwandelhalle
in Me-
ran.
BRUNNENFIGUR
Redaktionsschluß: 16. August 1906
Für die Redaktion verantwortlich: F. Schwartz
Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. — Druck von Alphons Bruckmann.
Ausgabe: 30. August 1906
Sämtlich in München
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