Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 14. Band.1906
Seite: 10
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■ ALOIS KOLB-MAGDEBURG <^M^

ein unhaltbarer Zustand haltbar zu machen versucht wird.
Eine höhere Gewalt hat die alte Kultur umgeworfen: die
Dampfmaschine; die Elektrizität hat den Umsturz noch radikaler
vertieft. Von alter Kultur ist nichts mehr zu hoffen,
eine neue ist noch nicht wieder allgemein, und nicht jeder
ist ein Peter Behrens, d. h. ein Künstler und eine Kultur
zugleich. So sind denn die meisten Vorwürfe, die heute
gegen unsere Künstler erhoben werden, eigentlich gegen die
Zeit und ihre Mißkultur zu richten. Was konnte schließlich
Böcklin dazu, daß er in einer Zeit geboren wurde, in der
man für ihn, den zum Fresko Geborenen, keine Verwendung
hatte, und daß er dann einen Kompromiß mit der absoluten
Malerei suchte, um wenigstens auf Tafelbildern etwas von
dem „an den Mann" zu bringen, was in ihm leuchtete und
brannte. Daß jüngere Künstler wie Kolb diesen Kompromiß
vermeiden und lieber direkt zum Griffel greifen, um durch
ihn offen zu gestehen: ich bin ein Mann des Fresko und
des Dekors, das ist ein Kulturfortschritt.

Und auf Kultur kommt es in unserer Zeit einzig und allein
an. Künstlerische Potenzen haben wir die Hülle und Fülle;
nun müssen wir nach und nach lernen, sie zu verwenden.

Georg Fuchs-München

LESEFRÜCHTE:

Wie der Stamm und die Zweige sich zu den Blättern, Blumen
und Früchten eines Baumes verhalten, so verhält sich das Zeichnen
zum Malen. Keines kann in der Dekoration ohne das andere bestehen,
genau wie die Schönheit einer Gestalt abhängt von dem wohlgebauten
und wohlproportionierten Skelett und seinem Mechanismus. — Gilt
unser Sehnen und Wünschen der Schönheit im Leben, so sind wii
wieder genötigt, die ästhetischen Gesetze des Zeichnens und Malens
zu studieren. Tun die Maler also, so werden sie den verlorenen Faden
wiederfinden, das goldene Band, das die verschwisterten Künste und Gewerbe eng verknüpft und umschlingt,
von denen keine der anderen vor- oder nachsteht, keine größer oder geringer ist als die andere. Walter Crane

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