Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 14. Band.1906
Seite: 36
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AUSSTELLUNG DER „VEREINIGUNG FÜR ANGEWANDTE KUNST

IGNATIUS TASCHNER « PLAKETTE Dr. VON LEONROD

also nur so Nutzen ziehen können, daß er
sich vom Notwendigen, vom Naturalismus
der Funktion anregen läßt, um diese An-

IGNATIUS TASCHNER« PLAKETTE Dr. EGMONT WEBSKY

PRITZ BEHN PLAKETTE JÜRGEN

regung dann so schnell wie möglich in einem
Erhöhungsprozeß zu vergessen. Es ist nicht
einzusehen, in welch anderer Weise das Eisen
Anlaß zu neuen Schönheitsbildungen werden
könnte. Wenigstens nicht unmittelbar. Mittelbar
wird zweifellos der Anblick der seltsamen
Monumentalität der Eisenbauten die Phantasie
der Künstler befruchten. Man kann diese
Annahme schon in den Formbildungen des
neuen Kunstgewerbes, die ja unverkennbar
zur Architektur drängen, bestätigt finden.
Der Formsinn bei Künstlern wie van de Velde,
Obrist, Endell, Pankok usw. ist zweifellos
von den Bildungen der Eisenkonstruktion
entscheidend angeregt worden. Und wenn
wir einst eine eigene große Baukunst haben
sollten, wird ihre Eigenart sicherlich in mehr
als einem Zug an den herben, fast gotischen
Ernst der Ingenieurbauten erinnern.
Es ist heute noch nicht zu erkennen, ob der
Weg dahin über das neue Kunstgewerbe führen
wird, oder ob dessen Resultate architektonisch
ohne besonderen Wert sind; ein weiter Umweg
wird wahrscheinlich nötig sein, bevor
dauernde Ergebnisse erzielt werden können.
Jedenfalls wird das Eisen der Baukunst umso
bessere Dienste leisten, je weniger es beansprucht
, ein Kunstmaterial zu sein.

Friedenau Karl Scheffler

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