Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 14. Band.1906
Seite: 37
(PDF, 133 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_14_1906/0048
AUSSTELLUNG DER „VEREINIGUNG FÜR ANGEWANDTE KUNST

MÜNCHEN 1905*)

Von Dr. E. W. Bredt

Zwei Zimmer sind noch besonders anzuschauen
: Das Kinderspielzimmer von Meta
Honigmann und das Schlafzimmer von Paul
Haustein. Leider habe ich nicht beobachten
können, wie auf Kinder das Kinderspielzimmer
von Meta Honigmann wirkt. Aber es spricht
hier doch alles so deutlich für die kleine
Welt, daß vermutlich alle Kinder, sowie sie
das Zimmer betreten, hier verweilen, hier
spielen möchten. Das Mobiliar in Lärchenholz
ist teilweise bemalt, und selbst der Spielzeugschrank
ist so klein, daß alles kleinen
Kindern erreichbar ist. Fast alle Ecken sind
abgerundet, so daß sogar die plötzliche Inszenierungeiner
kindlichen Barrikadenschlacht
hier an Bedenklichkeit für die kleinen Re-
voluzer verliert. Ueber einer niedrigen blauen
Wand läuft durch den ganzen kleinen Raum
der lustige Märchenfries, dessen bunte Figuren
sich immer sehr eindrucksvoll von hellem
Hintergrund abheben, während der Fries selbst
tief grau ist. Den humorvollen Gehalt des
Frieses, der in Applikation mit Maschinen-
und Handstickerei ausgeführt ist, geben die
Abbildungen genügend wieder, die Lustigkeit
der Farben ist aber noch bei der Beurteilung

*) Vgl. Septemberheft 1905, S. 469 u. f.

ernst stern

II.

zu berücksichtigen. Durch diese sehr wählerische
Behandlung wird natürlich auch der
materielle Wert des Zimmers gehoben. Vielleicht
entschließt sich Meta Honigaiann doch
noch zu einer lithographischen Vervielfältigung
des Frieses — dann könnte das nette Kinderzimmer
, so wie es erdacht ist, in viel mehr
Familien Eingang finden, denn im Original
kommt dem Fries der Wert einer Handmalerei
zu. (Abb. S. 40 u. 41).

Wie dieses Kinderzimmer ist auch das
Schlafzimmer Paul Hausteins von den „Vereinigten
Werkstätten für Kunst im Handwerk"
ausgeführt. Die Möbel sind weiß lackiert, mit
goldgelber Schablonierung und mit Messingbeschlägen
verziert. Der Wandsockel, der sich
etwa bis zur Schrankhöhe erhebt, ist grau.
Sehr wirkungsvoll ist das in Flachrelief ausgeführte
, schablonierte weißeOrnament, dessen
technische Art sich Malermeister Fr. Rock
in Stuttgart mit Recht hat patentieren lassen.
Die obere Wand und der Plafond ist weiß,
Vorhänge und Diwan sind braun. So ist der
ganze Raum äußerst freundlich und lebensfroh
, das Zierliche aber, das ihm doch die,
wenigstens gleichstarke Note gibt, ist mit
sehr zu beachtenden geringen Mitteln erreicht
worden. Es ist jedenfalls ein sehr gutes

karikaturen

37


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_14_1906/0048