Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 14. Band.1906
Seite: 229
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_14_1906/0239
dem Satze, daß das englische Haus der Ausgangspunkt
aller Reformideen gewesen ist. Als
William Morris sich 1859, zusammen mit
Philipp Webb, sein Red House baute, prägte
die Unzulänglichkeit der vorhandenen Ausstattungsmittel
in ihm den festen Vorsatz, selber
zu schaffen, was ihm nottat. Von dem Augenblick
an, wo er anfing, die einzelnen Gebiete
des künstlerischen Handwerks zu erobern, bis
zu der Vorstellung, daß die Gestaltung des
gesamten Hauses, des architektonischen Teiles
wie der inneren Einrichtung bis zu den Teppichen
und Beleuchtungskörpern in der Hand
eines Künstlers liegen müsse, war es noch
ein gewaltiger Schritt. Erst durch Voysey,
den unermüdlich Tätigen, und seine Anhänger
wurde diese Einheit der Kunstweisen erreicht.
Für uns schon erscheint es eine ganz selbstverständliche
Forderung, daß der Architekt
in allen Techniken, die für die innere Raumausstattung
in Frage kommen, Bescheid wissen,
in allen auch schöpferisch sich bewegen muß.
Gerade daß diese Universalität heute besondere
Anerkennung nicht mehr erwarten darf,
kennzeichnet die stolze Stellung, zu der sich
das, von der Baukunst getragene Kunstgewerbe
schon jetzt emporgerungen hat.

Das Schaffen Max Hans Kühnes ist schon
seit langem nicht mehr auf den Kreis seiner
Vaterstadt beschränkt geblieben. Dem Aufschwung
unserer Hausbaukunst hat er sich mit
Energie und stets reifendem Können angeschlossen
. Er sucht überall die schlichteste,
beruhigendste Lösung der jeweiligen Aufgabe.
Seine Schöpfungen besitzen etwas Einschmeichelndes
, Heiteres und Gesundes; vor allem
aber sind sie farbig ausgezeichnet abgestimmt,
und dadurch werden auch einzelne Mängel
der Form leicht ausgeglichen. Wie ein Wohnhaus
in die Landschaft zu setzen ist, so daß
es mit ihr verwächst, daß es die Reize der
Natur durch seinen bedachten Organismus
neu aufnimmt und künstlerisch steigert, dafür
bieten seine Arbeiten die glücklichsten
Beispiele. Das Landhaus Stöhr in Unterberg
bei Posen (Abb. S. 235) ist von den hier gezeigten
Häusern das anspruchsloseste, die Villa
in Bern (Abb. S. 226 u. 227), auch was den
ziemlich komplizierten, aber geschickt durchgebildeten
Grundriß betrifft, das stattlichste.
Die Diele ist hier so angelegt, daß man, von
der Straße kommend, nach dem Durchschreiten
des niedrigen Entrees bei geöffneter Tür durch
die Diele hindurch überrascht das herrlichste

ARCH. MAX HANS KÜHNE-DRESDEN VORHALLE DER VILLA MÜLLER IN OBER LOSCH WITZ

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