http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_14_1906/0302
-=ö-^> RICHARD RIEMERSCHMID -c^^-
RICHARD RIEMERSCHMID AUS DER OFFIZIERSMESSE S. M. S. PRINZ ADALBERT
AUSGEFÜHRT VON DEN DRESDENER WERKSTÄTTEN FÜR HANDWERKSKUNST, DRESDEN
eine schwache Vorstellung vermitteln. Die hier
und dort hervorgerufenen Farbenreize sind um
so eindrucksvoller, als sie durch die zarteste
Zusammenstimmung der edelsten Materialien
bewirkt sind, und daß wo Malerei hinzutritt,
diese von Meisterhand stammt. Feine Hölzer,
deren Maserungsreize durch verschiedene
Lagerung oder kleine dunkle Einlagen erhöht
sind, wechseln an den Wänden mit bemaltem
Getäfel, dessen Füllungen durch ausgesägte
und hinterlegte Medaillons anmutig belebt
sind. Dazu kommen in gebrochenen bläulichen
, violetten und bräunlichen Tönen gehaltene
Kacheln, und in einem Saale schimmert
es von den Wänden her in graugrüner
Onyxpracht. Nicht gerne unterbricht er den
Fluß der glatten Wände. Nur schwach tritt
überall das Rahmenwerk hervor. Um so
kräftiger prägt er an den hölzernen und
stukkierten Decken das Balken- und Rippenwerk
aus. Von faszinierender Wirkung ist
die Decke eines der Haupträume, dem schon
das von Messingsäulen getragene dreiteilige
Rundbogenportal eine festliche Stimmung verleiht
. Dünnes Messingblech, in dessen Wellen
sich der Schein des großen Lichtkranzes tausendfach
spiegelt, bildet hier die Verkleidung.
Wie zufällig scheinen die Ornamente entstanden
zu sein, die der spähende Blick in dem
Hammerschlag entdeckt. — Die Räume haben
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