Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 14. Band.1906
Seite: 326
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-s-^> INTARSIEN, APPLIKATIONEN UND-MOS AI KEN ~C^=^

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ARTHUR DIENER, FÜRSTENBERG i. M.

WANDBEHÄNGE (APPLIKATIONSARBEIT)

dem Formate. Die Intarsia läßt sich etwa
eine Malerei mittels Fläche in Fläche nennen.
Als Malerei mittels Fläche auf Fläche kann
man dann die Stickerei der Applikation, der
Aufnähe-Arbeit, bezeichnen.

Diese beiden „Flächenmalereien" begünstigen
natürlich diejenige Formgebung, welche
mit Silhouetten (Schattenrissen) arbeitet. Die
gesteigerte Bedeutung dieser Formenweise in
der neueren Kunst hat besonders die Intarsia
noch mehr zum Flächenzeichnen gedrängt,
als es ohnehin bereits in ihrem Wesen lag.
Anders die eigentliche Mosaik. Ihre Kompositionsstücke
, die „Steinchen" oder „Stifte",
beteiligen sich an der Zeichnung nicht mit
ihren Umrissen,sondern mit
ihren Helligkeits- und Farbenstufen
. Dadurch und
durch die Lichtwirkung ihrer
Elemente wird die Darstellung
luministischer Nuancen
und Uebergänge ihre Hauptstärke
. Arthur Diener, in
Fürstenberg (Mecklenburg),
ist den Besuchern der Berliner
„Großen" von 1904
durch mehrfache Textilien,
denen von 1905 durch Aufnäharbeiten
und Intarsien
günstig aufgefallen; wobei
unseres Erachtens die Intarsien
mehr Beachtung verdienten
als die Applikationen
. Nun bringen wir von
ihm in unseren Abbildungen
fünf Proben aus dieser und
drei aus jener Technik. Auch
diesmal scheinen uns die
Intarsien (Abb. S. 329) die
gelungenere Partie zu sein,
und namentlich die Sil-

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houettenwirkung zeigt, wie viel die Formgebung
in dieser Hinsicht aus der Einlegetechnik
herausholen kann.

Vor allem zeichnet sich in dieser Beziehung
das von uns wiedergegebene Seestück
aus, zumal durch die leis zerrissene Spiegelung
des Segels im Wasser. Den Wasser-
und Himmelsgrund zeichnet die Maserung der
Holzflächen selber in treffender Natürlichkeit
. Einen düsteren Wolkengrund entwirft
die Maser auf der anderen Arbeit, als Untergrund
für die eingelegten Baumformen u. a.
Mehr nur Spiel und Spaß dürfte das gegen-
einanderstoßende Büffelpaar auf unserem
dritten Bilde sein; die Isolierung der Gestalten
auf der uncharak-
terisierten Fläche wirkt befremdlich
.

Gleiches läßt sich wohl
gegen einige der Applikationen
sagen. Die einzelne
Vase und die Pelargonien-
Blumentöpfe stehen samt
ihren an sich recht reizvollen
Blättern und Blüten
allzu unvermittelt da, als
daß daraus so viel Eindruck
käme, wie wenn eine innigere
Formverbindung angestrebt
worden wäre. Dagegen
scheinen uns dienäch-
sten zwei Stücke mit ihren
Tiermotiven eine solche
Verbindung in glücklicher
Weise geleistet zu haben.
Zu den Fransen des Behanges
bilden die hängenden
Schwänze der Aeffchen in
ihrer Weise ebenso einen
gut anschaulichen Ueber-
gang, wie es auf dem Tiger-

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