Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 15. Band.1907
Seite: 49
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EIN SCHLUSSWORT ZUR DEUTSCHEN JAHRHUNDERT-AUSSTELLUNG

wurde, daß Schwind die Staffage, die Trauung
Herzog Wilhelm V. mit Renata von Lothringen
darstellend, dazu malte. Romantiker sind dann
Dom. Quaglio (1786—1837), Mich. Neher
(1798 — 1876), Ferd. Jodl (1805 — 1882),
Leonh. Faustner (1815—1884), Aug. Bayer
(1803-1878) und Herm. Dyck (1812 —1874),
mit Vorliebe in italienischen und spanischen
Motiven arbeitend W. Gail (1804—1890), Ed.
Gerhardt (1813—1888) und Alb. Emil
Kirchner (1813—1889). Alle sind eine Spezialität
ihrer Zeit, zum Teil angeregt durch
die venetianischen Vedutenmaler.

Eine Besprechung der hochwichtigen Aquarell
- und Handzeichnungen-Ausstellung, hochbedeutend
als Ergänzung namentlich für die
monumentale Kunst, ginge über den uns gesteckten
Raum hinaus. Wir können dies nur
bedauern, da gerade die Entwürfe so belehrend
sind, oft bedeutsamer als die ausgeführten
Arbeiten, besonders in einer Zeit, in welcher
die Zeichnung prädominierte.

EIN SCHLUSSWORT ZUR
DEUTSCHEN JAHRHUNDERTAUSSTELLUNG
Von Hans Rosenhagen

D1

Und schließlich

theodor leopold weller (1807-1880)

Retrospektive Ausstellung München 1906

ie Wirkung von Unternehmungen wie die
Deutsche Jahrhundert-Ausstellung vermag
selbst der erfahrenste Fachmann nicht sofort
und ohne weiteres zu übersehen. Nicht allein,
daß er sich zuerst mit den verschiedenen neuen
Eindrücken abzufinden hat — er wird auch
Leidender in dem Konflikt, der, angesichts
des Gegeneinanderspielens bekannter und unbekannter
Erscheinungen in solcher Ausstellung
, zwischen seinem persönlichen Empfinden
und seinem historischen Bewußtsein entbrennt
. Gibt doch niemand wohlbefestigte und
bewährte Meinungen leichten Herzens auf.
Andererseits ist jeder lebhaft empfindende
Mensch für den Reiz des Neuen empfänglich.

hatten in der Jahrhundert-
Ausstellung auch die unbekanntesten
Dinge den Vorzug
, wenigstens historische
Bedeutung zu besitzen. Um
so nötiger war es also, in
eine gewisse Distanz zu
ihnen zu kommen. Diese
ist jetzt durch den Schluß
der Ausstellung ohne Umstände
gegeben. Die verschiedenen
Erscheinungen
sprechen nicht unmittelbar
mehr zum Auge. Die Erinnerung
klassifiziert sie nach
der Stärke des Eindrucks,
den sie sinnlich und geistig
hervorriefen. Erst aus diesem
Zustande heraus läßt
sich die Frage ventilieren:
In welcher Richtung hat die
Deutsche Jahrhundert-Ausstellung
unsere Kenntnisse
von der deutschen Kunst
des 19. Jahrhunderts erweitert
und vermehrt?

Wichtiger als die Wiederentdeckung
einiger in Vergessenheit
geratener Künstler
ist wohl die geschichtliche
Neugruppierung, zu
der die Ausstellung mit
ihrem Inhalt angeregt hat.
Als die bedeutendste Errungenschaft
darf ohne Zweifel
die Verbesserung unserer
Einsicht in die Entwicklung

munchener vik
tualienmarkt 1

Die Kunst ftir Alle XXII.

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