Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 15. Band.1907
Seite: 100
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_15_1907/0136
-^£> DÜSSELDORFER AUSSTELLUNG *C^=^

lernt man ihn in seinen besseren Bildern als den
feinfühligen Schilderer duns iger Stimmungsbilder
wirklich schätzen. — Wilh. Schreuer zeigt sich in
größerer Kollektion als talentvoller Techniker, dem
die Natur ein scharfes Auge und ein vorzügliches
Gedächtnis mitgegeben hat. In der ihm eigenen
Technik gelingen ihm die köstlichsten Einfälle, wie
denn sein Talent mehr nach der Illustration wie nach
der Malerei neigt. — Bei Benjamin Vautier ist die
Wahl merkwürdigerweise keine allzu gute gewesen.
Wer seine >Schachspieler< im Gedächtnis hat, wird
von dem Gebotenen nicht voll befriedigt. — Außerordentlich
interessant ist der Vergleich der frühen
und späten Arbeiten Zügel's, der an sehr fein gestimmten
, ungemein fleißig durchgeführten, anderseits
an Exemplaren in der wuchtigen, breiten Art
seines heutigen Vortrags ermöglicht wird.

Von Düsseldorfer Landschaftern haben einzelne,
wie Carl Hilgers, Seibels und Dücker eine
weit bessere Vertretung gefunden
wie in Berlin; neben den
älteren erfreuen sich aber auch
die jüngeren Landschafter wie
Hambüchen, Kampf, Liesegang
, Macco, Wendling, Cla-
renbach u. a., die produktiv die
Führung zu haben scheinen, grosser
Beliebtheit bei den Bilderkäufern
. Landschafter, die das
Leben und Treiben von Mensch
und Tier in Feld und Wald in
den Bereich ihrer Kunst zu ziehen
wissen, wie beispielsweise Bergmann
, Henke, Lins und Mühlig
, stehen ihnen an Wertschätzung
allerdings nicht nach,
nicht minder die Marinemaler
wie Becker und Dircks. —

Nominell sind die Figurenmaler
den Landschaftern zwar
überlegen, doch haben sich die
Düsseldorfer Bürger von ihren
Porträts nicht trennen können.
Außer der Künstlerfamilie Sohn,
die gute alte und neue Bildnisse
hergeliehen hat, ist nur Walter
Petersen, aber leider nur mit
einem kleinen Pastell als Bildnismaler
vertreten. Schaltet man
noch die übrigens recht geschmackvollen
Interieurs von

huth stein er Und volkhart,

die sich ohne Staffage beholfen
haben, aus, so bleiben an erster
Stelle noch die hervorstechenden
Werke von Peter Janssen und
Claus Meyer zu nennen. Fr-
sterer ist mit einem dekorativen
>Brautzugt und einem humorvollen
Nymphenstück vertreten,
von letzterem sieht man einige
seiner köstlichen, beschaulichen
Mönchsbilder. Gerhard Janssen
, der z. Z. in Köln verdiente
Triumphe feiert, glänzt auch hier
mit einigen kleineren Stücken,
Peter Philippis Art wird durch
die biederen, kannegießernden
Politiker >im Winkelstübchen«
ausgezeichnet illustriert. Hermann
Emil Pohle führt nur
eine, allerdings sehr dekorative
Landschaft vor. Theodor Rocholl
hat sich vor kurzem mit einem glänzenden
Rechenschaftsbericht über sein bisheriges Wirken
von den Düsseldorfern verabschiedet, man konnte
es sich deshalb diesmal mit einem einzigen seiner
größeren Werke genügen lassen. •

Von a u s w ä rt i g e n Malern sind viele gediegene
Arbeiten nach Düsseldorf gekommen, die dem Kunstverständnisse
der Sammler alle Ehre machen. Eine
kleine Auswahl wird unter anderem von Brütt,
Crola, Defregger, Faber du Faur, Harburger,
Heichert, Jernberg, Arthur Kampf, Kämpfer,
Kappstein, Schennis und Voltz vorgeführt.
Auch große Namen sind vertreten: Lenbach mit
zwei ausgezeichneten Bismarck-Porträts, Fr. Aug.
Kaulbach mit einem hinreißend schönen Frauenkopfe
, Knaus mit einem kecken Dorfprinzen und
einem drolligen Tanz von Putten und Faunen, Menzel
mit dem Chorgestühl aus dem Dome zu Mainz und
einer unglaublich sorgfältigen, farbigen Fußstudie

jacques de lalaing

denkmal des kongofor
schers coquilhat « • t

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