Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 15. Band.1907
Seite: 145
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DAS WEISS IN DER DEUTSCHEN MALEREI DES 19. JAHRHUNDERTS

REINHOLD BEGAS NEPTUN. HAUPTGRUPPE VOM SCHLOSSBRUNNEN
ZU BERLIN (ENTWURF) « « « «

es damals ähnlich. Wie heller Schaum
schwimmt es bei ihm auf den Schwärzen. Es
war in den frühen siebziger Jahren gelegentlich
einfach das Franz Hals-Rezept. Eine
braunrot getönte Leinwand durchschimmernd
durch zarte Übermalungen mit Grau und
Schwarz und das Weiße als letzte, lose Flocken
sparsam darüber gestreut. So stellt sich die
Tischgesellschaft (Samml. Seeger, Berlin) von
1870 — 71 dar, wo die Köpfe so wundervoll
einer nach dem anderen ins Dunkle eintauchen.
Dann lichtete es sich auf. Färbte sich auch.
Das Weiß wurde zu drei, vier Farben, alle
kühl, hell, in den Dachauerinnen. An der
Wand, dem Silberschmuck, den Strümpfen
dieser schwarzgekleideten Frauen. Auch in
dem Bildnis v. Perfalls (Pinakothek, München)
ist starkes Licht im Weiß dem feinen hellen
Gesichtston noch übergeordnet. Und mit den
Jahren nahm die kühle Haltung in beiden
immer mehr zu.

Trübner hat in den siebziger Jahren noch
sehr unterschieden. Der Zeitung lesende Mohr

von 1872/73 erhielt ein hellkühles Blatt in die
Hand. Da er selbst sich in den dunklen Tönen
seiner Umgebung fast versteckte, war das
Hervorhebungsmittel willkommen. Dagegen
wird die Manschette des zweiten Mohren im
Schatten versteckt, weil er seinen prahlend-
roten Damasthintergrund hat. Ein einziger
starker Gegensatz schien in dieser Zeit genug.
In anderen Fällen muß in diesen Jahren dem
Gesichtston alles andere weichen, wodurch
dann bei manchen Frauenbildern, die nur von
dunklen Farben umgeben sind, ein eigenes
Leuchten entsteht. Was Weiß hieße, wird
dann zuweilen ganz nach Gutdünken verdunkelt
. Schon wenige Jahre später im Bildnis
von Schuch (Nationalgalerie) von 1875, gesellt
sich den starken Lichtern der Manschetten
noch eine kleine grüne und eine rote Helligkeit
am Hutfutter und Sesselpolster. Und im
folgendenjahr wird der Purpurstoff desMohren-
bildnisses noch einmal hervorgeholt, um im
Verein mit einem schwarzen Rock und einem
kräftigweißen Kragen einen stärkeren viel-

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