Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 15. Band.1907
Seite: 151
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-^ö> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <ös^~

Stenbock. Eine Zigeunerin mit Kind aus derselben
Zeit überrascht durch die sichere Technik. Aus dem
Jahre 1887 finden wir ein recht tonschönes Bild
seiner Frau, das außerdem als Zorns erstes Oelbild
bemerkenswert erscheint. Das gleiche Jahr bringt
ein Werk >Sommer« (im Freien badende Frauen),
welches sowohl in Wahl wie Behandlung des Motivs
schon ganz die bekannte Art des Meisters aufweist.
Es folgen weiter u. a. ein ausgezeichnetes Knabenporträt
(Kurre 88), einige Studien aus Dalarö, das
Brauereiinterieur (1890), mehrere Pariser Bilder, darunter
eine Studie zu dem bekannten Omnibusbilde
(1892), einige Frauenakte im Freien und schließlich
ein Selbstporträt von 1896 mit einer alten Bäuerin im
Hintergrunde. Auch eines der feinsten Zorn'schen
Bilder >Madonna< 1899, (ein junges Bauernweib, das
ihr Kind säugt) sowie das bekannte Bildnis der Frau
Z. in rotem Tuchmantel und Mütze (1902) fehlten
nicht. Unter den neuesten Sachen ragt besonders
das Porträt Bruno Liljefors' (1906) und eine »Bauernpolka
«,welche an Rembrandt'sche Lichteffekte erinnert,
hervor. Einige Kleinplastik aus Holz wie auch die
Nachbildung seines Gustav Wasa-Standbildes in Mora
aus dem gleichen Material, beweisen des Künstlers
Können auch auf diesem Gebiete. f. e. Vogel

den Plan: Zahlreiche Darstellungen aus der bayerischen
Hochebene und ihrer nächsten Nachbarschaft.
Um seinen Liebhabereien für die ineinanderfließenden
Licht- und Farbwirkungen und ihre Zerlegung auf einen
oder zwei Grundtönen nachzugehen, bevorzugt Oß-
wald die dämmerigen, in halbes Licht getauchten, die
schattigen und nur wenig gehellten Naturausschnitte,
um dann auch wieder auf kräftig farbig sprechenden
Studien die Wirkungen der ungebrochenen Sonne
auszuproben. Gemeinsam ist allen diesen Schilderungen
die ungemein frische Konzeption, das Erkennen
des Wesentlichen in der Stimmung, die reiche
Abtönung zu einem wirkungsstarken Ganzen. Man
sieht diesen Bildern eine dem eigenen Wollen absolut
gefügige und von allen Schaffenszufälligkeiten freie
Hand an, die mit sicherer Formerkraft den Naturvorwurf
in ihre künstlerische Sprache umzubilden
weiß. Bezeichnend für Fritz Oßwalds künstlerische
Wege ist die Vielgestaltigkeit seiner gemalten Welt.
Hier ist keine ängstliche Scheu vor neuen Gestaltungsmöglichkeiten
: Die Natur an sich, Menschen in der
Natur, Architektonisches, die bewegte und unbewegte
Natur, findet an Oßwald einen Interpreten, dem es
nie an Mitteln fehlt, um einer neuen Art des Sehens
im Bilde zu einer sichtbaren Form zu verhelfen.

7 ÜRICH. Einige Bemerkungen zur
^ letzten Ausstellung des Züricher
Kunsthauses: Dem Auftreten des
Kronberger Künstlerbundes (Trankfurt
) und eines neuen Züricher Impressionisten
, der in München gelernt
hat, Fritz Osswald. Dem
Kronberger Künstlerbund scheint
nach der Ausstellung im Züricher
Künstlerhause ein gemeinsames Programm
nicht zugrunde zu liegen. Da
ist ein Alfred Oppenheimer mit unauffälligen
landschaftlichen Bildern,
ein Rudolf Gudden mit recht guten
Malproben des Fleißes einer spanischen
Studienreise, Hans Völker mit
zwei großen Formaten. Ottilie W.
Roederstein gibt künstlerische Salonmalerei
und stellt sich mit einem
Stil, mit dem gute, rein malerische
Absichten in noch zulässiger Weise
auf den Wandschmuck für das kunstverständige
Bourgeoishaus übertragen
sind, in den Dienst der vornehm
gesinnten Genremalerei. Sieck-
München weiß in den vielgestaltigen
Variationen über die in intimer Technik
gegebenen poetischen Schönheiten
von Wald und Wiese (Gouache
) häufig über die mehr für den
Buchschmuck gedachten Wirkungen
hinauszugehen. Von Eduard Stie
fel, einem Züricher Künstler, ist
eine neue, größere romantische Komposition
zur Stelle, der > Hohentwiel«,
eine Schöpfung, auf welcher es dem
Künstler mit eigenen Mitteln gelang,
die romantischen Empfindungen, die
sich an diese Hochburg deutscher
Sage knüpfen, auf eine einfache,
schlichte und darum desto traulichere
und echt dichterisch wirkende
Erzählerform zu bringen. Ein anderer
Züricher, den aber Lehrwege
durch die Münchener Schule geleitet
haben, Oßwald, tritt zum erstenmale
mit einer geschlossenen Episode auf

reinhold begas

susanne

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