http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_15_1907/0404
-*=4=^> EINE MÜNCHENER KRISE <Ö^-
men zu decken haben. Und wenn diese Persönlichkeiten
, in dem ehrlichen Bewußtsein,
doch stetsnurihre
Pflicht nach bestem
Ermessen getan
zu haben, wenn
diese selbst nicht
verstehen sollten,
wieesdennso weit
hat kommen können
, so muß trotzdem
unweigerlich
mit dem bisherigen
System gebrochen
werden.
Es kommt eben
nicht allein auf
die Persönlichkeiten
an. Diese mögen
an sich noch
so hoch erhaben
sein über jeden
niedrigen An-
wurf, mögen noch
so unantastbar vor
der Welt dastehen
als Autoritäten
von Rang: wenn
sie, gezwungen august gaul
oder freiwillig, in einem System aufgehen, das
allgemein als unzweckmäßig empfunden wird
und, wie der Augenschein
lehrt,
einem tiefeingewurzelten
Mißtrauen
begegnet,
sosindsieschließ-
lich nicht nur
lahmgelegt, sondern
auch in ihrem
Ansehen gefährdet
. So weit sollte
man es denn doch
nicht kommen lassen
! Wenn wirklich
die bestehende
Mißstimmung
— sogar in sehr
hohen Kreisen
wird vernehmlich
über eine sogenannte
„Künstler-
Tyrannis" geseufzt
— wenn
das alles unbeachtet
bliebe, so sind
Konflikte unaus-
strauss bleiblich.---
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