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ÜBER DAS KONKUR RENZ WESEN BEI KÜNSTLERISCHEN WETTBEWERBEN
ARTHUR KAMPF
hohe schule
Frühjahr-Ausstellung der Wiener Secession
zers leibliche Ahnen führen in die Kupferstechkunst
des 18. Jahrhunderts zurück, sein
geistiger Stammbaum geht weiter zurück, zu
Rembrandt, dem auch eine noch in der Arbeit
befindliche Komposition „Klostersuppe" huldigt
. Die Ueberlieferungen aber engen ihn
keineswegs ein, technisch und in der Erfindung
der Themen ist Schmutzer voll der modernen
Freizügigkeit; mit seinen überaus beweglichen
Mitteingibt er ebensowohl das schlichte Porträt
seiner Mutter (s. Abb. S. 411) wie das staatsmäßig
in rosa Seide rauschende farbige der
Tänzerin Miß Gertrude Barrison oder das
streng geschlossene des Schauspielers Kainz.
Und solche Hauptstücke begleitet eine Fülle
von kleinen Blättern, Exlibris, landschaftliche
Motive, helldunkle Interieurs, mit leichter
Sorgfalt entworfen und vollendet.
ÜBER DAS KONKURRENZWESEN
BEI KÜNSTLERISCHEN WETTBEWERBEN
IV un hat Professor Adolf von Hildebrand selbst
^ zum »Fall Hildebrand« (s. unseren Aufsatz »Eine
Münchener Krise« in Heft 14) Stellung genommen,
nicht, um sich gegen die schon längst von anderer
Seite als unzutreffend zurückgewiesenen Vorwürfe
zu verteidigen, denn er bedarf nicht einer solchen
Verteidigung und das Persönliche ist in seinen Ausführungen
daher gänzlich ausgeschieden, sondern
um die prinzipielle Seite des jetzigen Wettbewerb-
wesens zu beleuchten. Wir entnehmen seinen trefflichen
Darlegungen, die er in den »Süddeutschen
Monatsheften« hat erscheinen lassen, folgendes:
Nachdem in letzter Zeit so vieles über das Konkurrenzwesen
gesagt worden ist, um Empfindungen
aller Art Luft zu machen, scheint es geboten, einmal
ein sachlicheres Wort zu dieser Frage zu äußern.
Nur allmählich bricht sich die künstlerische Einsicht
Bahn, daß die Wirkung eines Kunstwerks ebenso
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