Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 15. Band.1907
Seite: 463
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VON

AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^^-

heinrich wirsing bildnisbüste
XIII. Ausstellung der Berliner Secession

nur eine Vermutung Ernst Sigismunds (Ferdinand
von Rayski, ein biographischer Versuch, Dresden,
Wilhelm Bänsch 1907). Mehr Einfluß haben auf ihn
vorübergehend Delaroche, Horace Vernet und Josef
Stielergehabt; das meiste aber verdankte er eigenem
Naturstudium und eigenen maltechnischen Versuchen.
Ganz hervorragend und wohl der beste seiner Zeit
war Rayski als Bildnismaler. Das zeigt die Ausstellung
bei Arnold, die mehr als 60 Bildnisse umfaßt
, mit voller Klarheit. Das beste hat er in dem
Jahrzehnt von 1840—50 geleistet. Auch schon das
Bildnis des Obersten von Berge, das Sigismund
bereits in das Jahr 1831 setzt, ist eine vorzügliche
Leistung in der Charakteristik durch Ausdruck
und Haltung. Glänzende Proben seines Könnens
sind dann die Bildnisse seiner Schwester
Minna Pompilia, der Frau von Posern, des Domherrn
von Schröter — das schon in Berlin ausgestellt
war und den Höhepunkt seines Schaffens bedeutet
— Kaufmann Schleuer, 1845 gemalt und seit 1884
im städtischen Museum zu Leipzig, Generalleutnant
von der Gablenz, Kammerherr von Wiedebach-
Wohla, Graf Haubold von Einsiedel (Knabenbildnis,
von der Berliner Nationalgalerie angekauft), Freiin
von Speth u. a. m. Rayski geht immer auf den
Kern der Persönlichkeit aus, lebendige Auffassung
vereint sich mit einer erstaunlichen malerischen
Begabung; selbst die nüchternen Uniformen der
Offiziere mit ihrem glitzernden Aufputz weiß er
trotz sorgfältiger Ausführung durch geeignete Wahl
des Hintergrundes und andere Mittel künstlerisch
zu bewältigen und zur harmonischen Gesamtwirkung
heranzuziehen. So spricht aus diesen Bildern ein

reifes großes Können und aus allen ein feiner
vornehmer Geschmack. Auch die Jagdbilder offenbaren
scharfe Beobachtung, wenigstens der Tiere
als Individualitäten; die Landschaften sind weniger
bedeutend. Besondere Bewunderung findet,wie schon
in Berlin, das große Bild der beiden Wildschweine
in kühner skizzenhaft impressionistischer Malerei.
Bietet die Ausstellung naturgemäß auch manches
Minderwertige und vertieft sie nach der Berliner
Ausstellung unsere Kenntnis Rayskis weniger als
daß sie sie verbreitert, so hat sich doch die Galerie
Arnold damit ein großes Verdienst erworben, indem
sie uns das Lebenswerk eines bedeutenden Künstlers
vor Augen stellte. — Mit der Rayski-Ausstellung ist
auch eine Ausstellung von Gemälden und Skizzen
des Weimarischen Malers Karl Buchholz (f 1889)
verbunden. Sie wurde in der »Kunst für Alle« bereits
von Berlin aus gewürdigt. — Dabei sei noch erwähnt,
daß kürzlich im Künstlerhaus zu Loschwitz eine
Gedächtnisausstellung für LuDWig Nieper, den
ehemaligen Direktor der Leipziger Kunstakademie,
stattfand. Außer allerlei kunstgewerblichen Entwürfen
und einigen Bildnissen waren namentlich
gegen 50 römische Landschaften im Stile der 1840er
Jahre zu sehen, darunter manche von sehr erfreulicher
Bildwirkung und Farbengebung. In den
religiösen Bildern und Zeichnungen trat die Abhängigkeit
von dem Stil der Zeit weit weniger erfreulich
zutage.

OERLIN. Nach der Eröffnung der großen Aus-
Stellungen haben die Kunstsalons einen schweren
Stand. Der Bedarf des Publikums ist durch jene

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