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DIE VII. INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG DER STADT VENEDIG
des jüngst verstorbenen Mailänders Eugenio
Gignous, der, ohne ins Kleinliche zu verfallen,
bei poesievoller Auffassung detaillierend verfuhr
; das Kabinett mit Skizzen von Lorenzo
Delleani gibt eine bessere Meinung von ihm
als das ausgeführte „Letzte Sonnenlächeln".
Daß Segantini seine Opfer fordert, zeigt sich
an Carlo Fornara, der, als dessen Erbe
und Nachfolger ausgerufen, der Verführung
ganz und gar erlegen ist; etwas unfrei bleibt
ja auch Vittore Grubicy in seinen ähnlich
strichelnden kleinen Stimmungsbildern, doch
merkt man ihm, der neben Segantini ein Vorkämpfer
für diese Malweise war, das Notwendige
an. Von allen neueren Bestrebungen
unbeirrt, bleibt der ebenfalls in Mailand ansässige
Filippo Carcano sich selber treu; sein
Ausblick auf die weite Ebene der Brianza mit
Feldern und Maulbeerbäumen atmet, leichtflüssig
und hell gemalt, eine ungewöhnliche
Frische aus. Neben diesem älteren Meister
besteht ein jüngerer, Giuseppe Carozzi, mit
allen Ehren; was seine Arbeiten auszeichnet,
ist der Ausgleich von Gegenstand und Behandlung
, so daß man das fertige Gemälde
als selbstverständlich hinnimmt. Das sorgfältige
Impasto der Farben, die sparsam angebrachten
Lasuren machen sich nicht so
technisch wichtig, daß man in der Hingabe
an die schwermütigen Hochgebirgsstimmungen,
die Carozzi als Vorwurf wählt, gestört würde.
Auch im Venediger Saal ist die Landschaft
hervorragend vertreten durch den schlichten
und ergreifenden Battista Costantini, Pi-
etro Fragiacomo (schön in ihrer Stille die
Fischerboote auf der sonnenschwülen Lagune
), Bartolomeo Bezzi, Guglielmo und
Emma Ciardi, Zanetti Zilla und Ferruccio
felicien rops huldigung vor pan
VII. Internationale Kunstausstellung, Venedig
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