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DIE MANNHEIMER INTERNATIONALE KUNSTAUSSTELLUNG 1907
HUGO KAUFMANN
EITELKEIT
Mannheimer Internationale Ausstellung
sagen noch nie eine eigentliche bedeutende
Kunstausstellung hatte, nicht weiter auffallen
kann. Da die Stadt in politischer Hinsicht
seit hundert Jahren zum Staate Baden gehört
, so beginnen wir auch hier zuerst mit
der Kunst dieses Landes, d. h. kurz gesagt
der diese nahezu vollständig in sich begreifenden
Karlsruher Schule. Obwohl Professor
Dill derselben seit einer Reihe von
Jahren angehört, weiß er sich doch absolut
frei von künstlerischem Lokalpatriotismus, der
bekanntlich nicht immer die erfreulichsten
Blüten treibt und hat daher die Anzahl der
heimischen Künstler im Zusammenarbeiten
mit einer nur hier tätigen heimatlichen Jury
auf etwa ein halbes Hundert Auserlesener
beschränkt.
Wie billig, geziemt es hier mit den hervorragendsten
Meistern der Karlsruher Schule
zu beginnen. Hans Thoma hat zwei ältere,
ganz hervorragende Werke, den „Wasserfall
mit Nymphen" (s. Abb. S. 501) und „Charons
Fahrt in die Unterwelt", sowie ein entzückendes
reifstes Bild seiner letzten Zeit „Die Birken"
im sonnigen duftigen Schwarzwaldtal gesandt;
von seinen Schülern nennen wir den reichbegabten
Albert Haueisen mit seiner urwüchsigen
, groß angelegten „Bäuerin bei der
Feldarbeit", den ihm geistesverwandten Karl
Hofer mit seinen monumentalen weiblichen
Figuren, sowie den jugendfrischen Hans
Buehler mit dem großen ergreifenden Werke
„Dem unbekannten Gott" (s. Abb. S. 489), das
eine fast schon meisterliche Hand verrät,
und den originellen, als Graphiker wohlbekannten
E. R. Weiss, der hier durch treffliche
Blumen- und Gartenstücke würdig vertreten
ist. Wilh. Leibl und sein großer Schüler
Wilh. Trübner brillieren durch ältere geistvolle
Porträts, unter denen wir das energische
charakteristische des Dichters Martin Greif
besonders erwähnen möchten, wie auch sein
Schüler Hans Meid und seine begabte Gattin
und Schülerin Alice Trübner durch ihre
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