Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 15. Band.1907
Seite: 559
(PDF, 164 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_15_1907/0645
-*=^> NEUE KUNSTLITERATUR <^=v~

Hans Holbeins Totentanz. Neu herausgegeben
. Mit einer Einleitung von Professor Dr. Jaro
Springer. M. 1.20. (Berlin, Fischer und Franke.)

Das Bändchen präsentiert sich geschmackvoll,
die Qualität der Drucke entspricht allerdings dem
geringen Preise, aber die Reproduktionen, denen
die kostbaren Berliner Probedrucke zugrunde liegen
haben vor anderen viel kostspieligeren Ausgaben
den Vorzug, daß sie wirklich wie Holzschnitte aussehen
. In einer feinen Einleitung gibt Jaro Springer
einen kurzen Ueberblick über die literarische und
künstlerische Ausnutzung der Totentanzidee, kennzeichnet
den kunstgeschichtlichen Platz der Hol-
beinschen Holzschnitte und beschreibt dann mit
knappen, sorgsam gewählten Worten unterhaltend
und anschaulich die einzelnen Blätter.

Der Name Holbeins ist berühmt genug, aber
von dem Werke des großen deutschen Künstlers ist
dem deutschen Volke wenig bekannt. Es bekommt
fast ausschließlich seine Porträts in den Gemäldegalerien
zu sehen, an deren kühler Objektivität der
Kunstfreund im weiteren Sinne mit Achtung vorbeigeht
. Aber seine Holzschnitte hat der Künstler mitten
aus dem Leben seiner Zeit gegriffen, sie sind ein
packendes Bild deutscher Kultur, und ein wenn
auch grausiger Humor, den man sonst bei Holbein
nicht findet, läßt die meisterhaften Kompositionen
noch ergreifender wirken. Möchte diese

gut redigierte Ausgabe weite Verbreitung finden.

Paul Clemen. Kirche und Kunst. Vortrag.
Dresden 1907. Gerhard Kühtmann.

Man darf jeder Gemeinde, die im Begriff ist,
eine neue Kirche zu erbauen, diesen Vortrag Clemens
sehr ans Herz legen. Ein Kunsthistoriker, der als
Konservator der Rheinprovinz mitten im neuen
Leben des Kunstschaffens steht und, mit gründlicher
Kennerschaft ausgerüstet, ein lebensvolles Bild des
einheitlichen Kunstschaffens der alten Zeit aufrollt,
richtet an die Männer des kirchlichen Wortes und
an die Bauherren die eindringliche Mahnung, die
Tore der Kirche weit zu öffnen für die >echte persönliche
Kunst«. Die Worte des Gelehrten, dem
die Kraft eindrucksvoller Rede gar gut zu Gebote
steht, werden in Dresden, wo die neue Kunst zwei
Meisterleistungen neuer Kirchenarchitektur und
Kirchenausschmückung vor Augen stellte, auf fruchtbaren
Boden gefallen sein. In dem sehr gehaltreichen
Vortrag begrüßen wir ein schönes Beispiel,
wie der Historiker dem Kunst-Schaffenden ein kräftiger
Helfer werden kann bei großen Aufgaben, im
Ringen um die Bekehrung so mancher bauenden
Gemeinde zu dem Bewußtsein, welche Fülle künstlerischen
Könnens zur reifen und würdigen Gestaltung
monumentaler Aufgaben vorhanden ist und
sich nach Betätigung sehnt. Dr. Grossmann

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