Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 15. Band.1907
Seite: Farbkeil
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-^^> NEUE KUNSTLITERATUR

PERSONAL-NACHRICHTEN ~C^=^

Werkes steht im Reiz der Form kaum zurück. Nur spielt
der Schriftkünstler mehr mit prickelnden Reizen —
der Buchgestalter und Verleger gestaltete eine reizende
Form durch ganz schlichte Mittel. Eines ist aber
auf jeder Seite zwischen den Zeilen zu lesen: Meieren
wirklich nahe, er kennt
Privatgalerie ausmachten,
lg der Künstler ist ihm
fnen gelebt. So ist sein
rbet für viele angenehmer
-Buch. Und das nicht nur,
zusammenschließt. Das
ihren Corots, der so gern
Ivon Parkfesten und vom

aus, Entwicklungser-
rnen Malerei. München,
nn, brosch. M. 4.50, geb.

i unter dem Pseudonym
[iber »die Malerei der Alten
lodernen«, dem der Ver-
en, prächtig ausgestatteten
f in der ersten Abteilung
iederkunft des Gleichen«
Richtungen von einst und
I Veronese das Spiegelbild
| Canon, für Botticelli in
juez in Zuloaga und für
pnumentalkunst sei durch
oderner Stil erwachsen,
eten prallten die Gegen-
Reininghaus sucht durch
ihrungspunkte der moder-
pu zeigen, wo sich unsere
r Tradition loslösen oder
sie in gesteigerter Lebens-
ja diese übertreffen. Er
gewonnen oder verloren
als überwunden und anti-
ert zu gelten hat. Der mit
r folgt dem Verfasser mit
nVergleiche, derWißbegie-
e Fülle von Anregungen,
ehandelt die Relation der
id Kritik zur Kunstbewe-
mmt entschieden Stellung
alle Böcklin. Man dürfe
cht mit Böcklins »Aben-

ie,

R

röisrein«; rer

um dann nicht auch, fragt
mson und Delila« ? Die
ße ein Stück modernen
nd verleugne das Beste
äre Moment«. Der letzte
mee und allgemeine Gescharfe
Schlaglichter auf
Kritik, das Sinnlich-Ueber-
p der wahre Künstler als
den weisen sollte u. dgl. m.
rersuch, eine auf empiri-
lerästhetik in ihren Grund-
imit Perspektiven zu er-
re oder Dogmatische ver-
delt zuerst die physiologi-
natürlichen Entstehungs-
Lebensbedingungen, die
naterielle Hemmnisse ins
lettantismus, die Technik,
pn, die unabsehbaren Stoff-
fst, endlich den merkwür-
des >Großherzogs von Ge-
frlüchtigen Zug der Malerei,

der überleitet zu dem psychologischen Gehalte unserer
Kunst, dem ein gemeinsamer metaphysischer Zug
eigen ist, jenes Chaos von Gedanken, Anschauungen
und Impressionen, denen gegenüber eine scharf analysierende
, nicht zersetzende, sondern neu schaffende
Kritik nottäte. Von Lessing ausgehend sieht Reining-
haus einen charakteristischen Zug unserer Kunst in
der Abkehr vom Transitorischen, d. h. von jeder
äußerlichen Aktualität, wodurch die Künstler in allen
Stoffgebieten zur Verinnerlichung, Vertiefung und
Intensität der Empfindung gezwungen werden. Dadurch
vornehmlich komme ein Idealtypus zustande,
entgegen jener Richtung, die in der brutalen Wiedergabe
der Natur jeden übersinnlichen Einschlag radikal
negiert, dem reinen Häckelianismus in der Kunst.
— Die Fülle der hier kurz und lückenhaft aufgezählten
Gesichtspunkte, von der man im Inhaltsverzeichnis
keine Ahnung bekommt, läßt es wünschenswert
erscheinen, daß der Verfasser seinen
Schriften in Zukunft außer dem Künstlerverzeichnis
auch ein Sachregister beigäbe. j. s.

Hausbuch deutscher Kunst. Ein Familien-
Bilderbuch in 375 Abbildungen, zusammengestellt
und herausgegeben von Eduard Engels. Stuttgart
& Leipzig 1907. Deutsche Verlagsanstalt. M. 10.—.

Kunstgeschichten brauchen wir nicht für jeden
Erwachsenen — aber was uns fehlt sind gute Bilderbücher
deutscher Kunst, an denen Große so viel
und so persönlich selbständigen Genuß finden können,
wie an irgend einer Dichtung, irgend einer Anthologie
ohne gelehrte Kommentare. Eduard Engels
hat uns in seinem »Hausbuch deutscher Kunst«
ein solch erwünschtes Buch gebracht. Es bedeutet,
wie die »Klassiker der Kunst« des gleichen Verlags,
eine Erlösung vom Kunstdrill. — Ich kann mir
kein angenehmeres Werk für selbständige Natur-
und Kunstgenießer denken, als so eines wie Engels
Hausbuch. — Für die Sommerfrischen ist's besser
als ein ganzer Handkoffer voll »Anweisungen zur Betrachtung
«. Die Bilder sind nicht historisch, sondern
gegenständlich zusammengestellt. Daß man doch
wieder sich getraue, auf den Gegenstand des Bildes
auch zu achten — und daß man doch einsehe, der
Dichter ist mehr wert als der Abschreiber. — Man
schaut in das Buch wie in eine alte, liebe Landschaft
, die täglich uns wieder neu und frisch erscheint
und macht. Das Werk empfehlen heißt eintreten
für ein beschauliches Genießen, für Sammlung
und Stärkung der Genußfähigkeit des Einzelnen,
durch leichten Zwang zur Konzentration. Dr. E. W. b.

JENA. Die Universität Jena hat den Genfer Maler
Ferdinand Hodler mit der Ausführung eines
großen für ihren Neubau bestimmten Gemäldes beauftragt
.

PERSONAL-NACHRICHTEN

MÜNCHEN. Der Maler und Radierer Fritz
Hegenbart wurde vom Großherzog von
Hessen nach Darmstadt berufen. Es wird dem
Künstler ein Atelier im Schloß eingerichtet.

/GESTORBEN: in New York der Bildhauer Augu-
stus St. Gaudens; in Campina (Rumänien)
der Maler Grigorescu, wohl der im Ausland bekannteste
rumänische Maler, im Alter von 69Jahren;
in Berlin am 10. August der frühere Präsident der
Akademie der Künste, Architekt Geheimrat Professor
Hermann Ende im Alter von 78Jahren; er war
seit 1874 Mitglied der Akademie. Von den zahlreichen
öffentlichen Bauten, die er leitete, sei im besondern
das Berliner Museum für Völkerkunde genannt.

Redaktionsschluß: 13. August 1907 Ausgabe: 29. August 1907

Für die Redaktion verantwortlich: F. Schwartz
Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. — Druck von Alphons Brugkmann. — Sämtlich in München


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