Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 2
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JULIUS DIEZ-MÜNCHEN

GLASMOSAIK: FRANKONIA

AUSGEFÜHRT VON CARL ULE, G. M. B. H., MÜNCHEN

beherrschende Konvention hat das herrliche
Muschelkalkmaterial vollständig ertötet. Wo
Ernst, Wucht und Größe herrschen sollten,
hat sich hier die Kunst in Willkür und
Spielerei verloren, und überall versagte der
Geschmack, so daß, was an guten Raumwirkungen
entstand, durch das Detail wesentlich
beeinträchtigt wird. Ist so Nürnberg nicht
das Glück beschieden worden, einen Bahnhof
echt künstlerischen Gepräges zu bekommen
, wie ihn unsere Zeit verlangen kann,
weil sie die dazu nötigen Kräfte besitzt, so
hat es doch alle Ursache, sich seines Bahnhofes
zu freuen, denn dieser enthält ein
kostbaresjuwel: den Wartesaal I.und II. Klasse.
Dieser Raum gehört meines Erachtens zum
besten, was die Raumkunst der neueren Zeit
geschaffen hat. Es ist das gar nicht hoch genug
anzuschlagende Verdienst des heutigen
bayerischen Verkehrsministers Sr. Exzellenz
von Frauendorfer, von dessen ausgesprochen
künstlerischem Sinne ich mir viel für die
Weiterentwicklung unserer Verkehrsbauten
verspreche, sich zur Ausgestaltung dieses

Raumes an die „Vereinigten Werkstätten für
Kunst im Handwerk" in München gewandt und
damit die langersehnte Verbindungzwischen der
bayerischen Staatsregierung und jenen Künstlern
geschlagen zu haben, die zu den wahren
Förderern des deutschen Kunsthandwerkes gehören
. Wurde doch mit dem Entwürfe dieses
Raumes kein geringerer betraut als Bruno
Paul, der zu der kleinen Zahl derer gehört,
die bei künstlerisch freier Schaffensweise
jede subjektive Willkür zu meiden wissen,
und deren Schöpfungen infolgedessen Stil
haben wie die Werke der Altmeister. Bisher
nur zu kleineren Aufgaben berufen, fand er
hier Gelegenheit, sich in seiner ganzen Bedeutung
als Raumkünstler zu zeigen. Die
Lösung ist mustergültig. Der Raum ist repräsentativ
und gemütlich zugleich. Er hat
so viel vom Restaurantcharakter, wie es die
Sache fordert, und zugleich so viel von monumentaler
Würde, wie es ihm als Teil eines
Staatsgebäudes zukommt. Schön und klar gegliedert
, erfreut er durch eine wohltuende
Sparsamkeit in der Verwendung von Schmuck-



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