http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_16_1907/0100
DIE DRITTE DEUTSCHE KUNSTGEWERBE-AUSSTELLUNG DRESDEN 1906
bereit findet. Nicht so leicht dürfte bei dem
rastlosen Wachsen und Sichwandeln in der
Produktion eine Stadt Männer finden, die
in gleicher Konzentration, mit gleicher Anspannung
aller Kräfte das Unternehmen einer
Universalausstellung des gesamten kunstgewerblichen
Schaffens wagen. Die Industrie,
die nicht zu uns gehört, freilich wird bald
den Versuch machen, zu zeigen, daß es auch
ohne die Künstler geht. Sie, die im Guten
und Schlechten stets von den Künstlern gelebt
hat, sieht auch heute noch nicht ein, daß
es dem Geiste unserer Kultur widerspricht,
wenn der intellektuelle Hersteller einer Ware
neben dem materiellen beiseite geschoben
wird. Mit Worten läßt sich diese Ansicht
kaum bekämpfen, d. h. mit Worten, die an die
Vertreter solcher Gesinnung selbst gerichtet
sind. Das Publikum allein ist hier berufen,
die Grundsätze der Gerechtigkeit, ja des einfachen
Anstandes wieder in den geschäftlichen
Gebrauch einzuführen. Es muß sich daran gewöhnen
, keine kunstgewerblichen Erzeugnisse
zu kaufen, ohne nach dem künstlerischen Ursprung
zu fragen, keine Aufträge einer Werkstatt
zu übertragen, ohne den maßgebenden
Einfluß eines Künstlers auf die Herstellung
zur Bedingung zu machen. Das ist auch eine
« « SCHÜLERARBEITEN AUS DER
FACHKLASSE FÜR LITHOGRAPHIE
muriD=
U/flSSER
amtiseptisüi
cnrnisoicno
PREIS RIK.2.Ü
DER HANDWERKER- UND KUNSTGEWERBESCHULE
BARMEN « « «
86
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_16_1907/0100