Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 134
(PDF, 139 MB)
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-ä-^> DAS RUDOLF VIRCHOW-KR ANKEN HAUS <^Mp-

LUDWIG HOFFMANN-BERLIN

DIE KAPELLE

Heckenrosen eingehegt ist, zum Rosenhügel,
der in seiner graziösen Einfachheit den Gartenanlagen
einen harmonischen Abschluß gibt.

Auf diesem erhöhten Platz hört man von
ferne das Rauschen der großen Stadt, aber
ganz fern, so daß die Ruhe hier nur noch
heimlicher wird. Zurückblickend sieht man
über die hellroten Dächer der Krankenstadt,
deren schöne, abwechselnde und doch immer
ruhige Form so angenehm wirkt. Und man
glaubt, in einer stillen Gartenstadt zu sein,
irgendwo, wo Ruhe und Frieden ist und der
Lärm des Tages nicht hindringt.

Mit Bewußtsein hat Hoffmann überall
daran festgehalten, alle unruhigen Formen in
der Architektur, alle lebhaften Farben im
Innenraum zu vermeiden, damit überall auf
die Kranken eine beruhigende, stille Schönheit
unaufdringlich einwirkt.

Trotzdem spürt man die Persönlichkeit überall
. Nie macht sich eine Monotonie geltend.
Es gehört eine volle Kraft dazu, einen so vielfältigen
Organismus so gleichmäßig mit künstlerischem
Wollen zu durchströmen, dabei
immer den sachlichen Zweck im Auge zu
behalten und doch nicht zu ermüden.

Hoffmann ist Architekt, man merkt es all
seinen Formen an, daß er von der Baukunst
herkommt. Er ist anschmiegsamer als Messel,
malerischer, und im Malerischen feiner. Beide,
Messel wie Hoffmann, stehen fest auf dem
Boden der Vergangenheit. Ihr Werk zeigt eine
übereinstimmende Entwicklung. Sie haben
noch die alten Formen benutzt, aber sie
haben sich dann mit aller Kraft zur Selbstständigkeit
durchgerungen. Sie geben Verbindungsglieder
von der alten zur neuen Zeit
und Kunst.

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