Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 139
(PDF, 139 MB)
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DER MUSIKSÄÄL

Dieses Schaffen ist nicht Archaisieren, nicht Romantik der Primitivität, sondern der Entschluß
eines klaren und positiven Geistes, eine neue Einheit von Logik und Schönheit zu gestalten.
Stärkster Impuls zu solcher Stilbildung im Geist des Anschaulich-Mathematischen ist die
umgestaltende Lebensmacht unserer Tage, die moderne Industrie. Indem sie so viele früheren
Bedingtheiten und Gesetze der Stile, die Zusammenhänge zwischen Stoffen und Formen
durch die Funktion der Maschine und die Bedingungen neu geschaffener Stoffe, vor allem
in der Architektur, auflöste und alle Lebensgesetzlichkeit umstimmte, drängte sie den formaler
Wahrheit und lebendiger Kausalität bewußten Künstler aufs stärkste zur Besinnung auf die
spontanen Formalgesetze des Geistes, um für die neuen Produkte, Arbeitsmethoden und
Lebensbedingungen Formen zu finden. Dem Betonbau, dem Linoleum, um Beispiele zu
nennen, diktiert keine mechanisch technische Gesetzlichkeit eine Formerscheinung. Um so
mehr wird die subjektive Souveränität des Formwillens zur Anspannung gedrängt, um diesem
neutralen Substrat Gesetzlichkeit der Erscheinung, Ruhe der Wirkung, Harmonie und Schönheit
aufzuprägen.

Mathematische Gesetzlichkeit zur Anschauung zu bilden, das Stoffliche nach optischen

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