Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 151
(PDF, 139 MB)
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DIE DIELE

parallele Quadratur dieser umlaufenden Schmalräume. Sehr wichtig als Ausdrucksmittel ist
der durch knappen Schattenschlag präzisierte Linearparallelismus der Dachkanten. Die rückspringenden
Simse des Außendaches auf seiner Konsolenreihe übertragen die Harmonie der
ähnlichen Figur höchst wirkungsvoll auf diese Ausweitung des architektonischen Raumes in
die blaue Weite des Himmels. Der ätherische Raum ist durch die Kraft der Mittel mit-
architektonisiert. Wirksame Darlegung der Raumform gibt der Diele ihre Energie. Die Einflutung
der Portale wirkt fort und bedingt eine Scheidung in drei Raumkompartimente. Die
Oblonggestalt wird formal gegliedert durch die Längsteilung der Balkenlage. So wird ein
Divisor der Raumteilung anschaulich. Und körperlich sichtbar wird diese kubische Einheit,
indem der Kamin, vom Boden zur Decke aufsteigend, ein Kompartiment, körperlich realisiert.
Solcher Art ist der Kamin aufs innigste der Raumform als Glied und Teil eingeordnet.

Die kubische Grundform fordert nach der Logik mathematischer Harmonie als Nebenformen
reine stereometrische Gebilde. So ist die Tonne des Musiksaals der reine Halbcylinder.
Voller Aufschwung des Raumes ist damit gegeben, jeder Drang zum Vertikalen aber zurückgehalten
. In ruhiger Wucht krönt die Raumwölbung den Horizontalismus des basilikalen

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