http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_16_1907/0179
DAS TONHÄUS AUF DER KUNSTAUSSTELLUNG ZU KÖLN 1906
Fassade inhaltsvoll vor das Auge. Die weiten Raumöffnungen der Porlaie klangen formal
nach in den schönen Stirnflächenfeldern des Baues, den Gesims und Giebel energievoll und
formreich krönten. Die Führung hinüber zu diesem Eingang war durch klare Axialität der
Wege und Gartenanlagen geleitet. Die ausladende Rotunde mit dem Brennpunkt eines plastischen
Werkes bezeichnete die Hinstrahlung der Zugangsachse, die vom portikusartigen Vorbau
der Fassade zugeleitet ward. Die Flächengliederung der Wände dieses Vorbaues gibt hier
der Bewegung des Schreitenden das rhythmische Gegenbild, konzentriert sie architektonisch
auf die Säulenintervalle. Die Umbewegung um den Bau wird bis zur Rückansicht geleitet, wo
die Halbkreisformen der Apsis und Koncha, die zierliche Polygon = Radianz des Konchadaches
und die Pyramide des Hauptdaches zu einer bewegten, reingestimmten Harmonie von Formen
sich über dem Wasserspiegel emporbauen. Die Gartenarchitektur schließt um das Ganze einen
Bezirk gestalteten Freiraumes; in ihren zierlichen Gittern löst sich das architektonische
Gesetz. So ist die monumentale Schöpfung in allen Ausstrahlungen der monumentalen Idee
dem Räume eingeordnet. Ein wahrhaft architektonischer Geist durchdrang die Raumweite
mit einem hohen künstlerischen Gestaltungswillen.
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