Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 204
(PDF, 139 MB)
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-*-Ssö> VICTOR ZOBEL: NEUE GARTENBÜCHER <^=^

EIN COTTAGEGARTEN AM WEGE

AUS: GERTRUDE JEKYLL „WALD UND GARTEN'

in ihr Wäldchen und gibt mit dieser freundlichen
Kleinarbeit doch vielleicht die Grundlagen
und einen Teil des Baustoffes, die zum
Verständnis der Gartenkunst und zu ihrer Ausübung
nötig sind, jedenfalls darf man sagen,
daß einer der Wege, die zum liebevollen Verstehen
des Gartenbaues und der Gartenkunst
führen, — und kein schlechter — in dem gärtnerischen
Verständnis, Behandeln und ästhetischen
Schätzen der einzelnen Pflanze liegt.
So wird man das Buch zur Einführung in das
so überaus freundliche Gebiet der Gartenkunst
willkommen heißen dürfen; es wird vielen
Mut für die eigene Betätigung machen und
die Liebe zu den Pflanzen bei ihnen erwecken,
es wird aber auch dem Künstler wertvolle
Fingerzeige für seine Gestaltungen geben.

Aber für uns Deutsche, bei denen die
Gartenkunst noch so sehr im argen liegt, ist
es zunächst wohl überhaupt nicht so wichtig,
daß liebendes Verständnis für die Pflanze
geweckt und verbreitet wird, sondern daß
die künstlerischen Grundsätze für die Gestaltung
des Gartens immer mehr durchdringen
. Gertrude Jekyll sagt allerdings in
ihrem Buche auch über den letzten Gegenstand
einiges: sie spricht klug von der Größe

des Gartens, gibt eine Beschreibung des englischen
Landhausgartens, bei dem man schon
heute wieder von feststehenden Formen reden
kann, und zeigt uns ihren, nicht immer ohne
Sentimentalität aufgeschmückten Wald. Aber
das alles wird ziemlich kurz abgetan, einmal,
weil ihrer Art der Gegenstand wenig liegt,
und weil diese Dinge heute in England fast
zu den Selbstverständlichkeitengehören. Wenn
sie also als eine Frau, die sich in diesen Fragen
führen läßt, hier mit wenig Selbständigkeit und
Bestimmtheit auftritt, so wird man ihr das nicht
vorwerfen dürfen, und der deutsche Leser wird
sich an das viele Gute halten, was sie über
das Einzelne und Kleine sagt. Und so gewiß
unsere Liebe zur Natur heute eine tiefere
und umfassendere geworden ist, als sie es in
früheren Zeiten war, so gewiß wird auch
diese Freude am Einzelwuchs in den neuen
Gartenformen zum Ausdruck kommen müssen.
So wird Gertrude Jekyll mit ihrem feinen
Sinn für malerische Schönheit auch für die
großen Fragen der Gartenkunst das Ihrige
beigetragen haben; und sicher hat sie recht,
wenn sie am Schluß ihres Buches sagt: „Ich
glaube, es gibt kaum etwas Interessanteres,
als zu sehen, in welcher Weise ein Mensch,

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