Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 210
(PDF, 139 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_16_1907/0224
ERNST RIEGELS PREISGEFÄSZE

Der sehr begabte Münchener Metallkünstler
Ernst Riegel, der kürzlich vom Großherzog
von Hessen an die neuen Lehrwerkstätten
für angewandte Kunst in Darmstadt
berufen wurde, hat für die Herkomer-Auto-
mobil-Konkurrenz 1906 und andere sportliche
Veranstaltungen einige „Preise" geschaffen
, die in mehr als einer Hinsicht bemerkenswert
sind, weshalb ihnen hier ein paar
Worte gewidmet seien.

Zunächst ist es an sich eine nicht ganz belanglose
Erscheinung, daß die den Automobilismus
tragenden Kreise mit der deutschen
Kunst, vor
allem mit der
deutschen „angewandten
Kunst"
mehr und mehr in
nahe, beiderseitiges
Sichverstehen
hervorrufende Beziehungen
treten.
Es ist dies im
Grunde eine durchaus
verständliche
Erscheinung; denn
wer für den Reiz
des Automobilsportes
und die äußeren
Formen, in
welchen dieser sich
abspielt, Empfindung
hat, der wird
leicht verstehen,
worauf die Künstler
hinauswollen,
welche es sich zur
Aufgabe gemacht
haben, das moderne
Leben und seine
technisch-maschinellen
Zivilisations
-Elemente mit

künstlerischer
Form zu durchdringen
. Daß da der
Kraftwagen als solcher
ein höchst
wichtiges und zukunftsreiches
Feld
der Tätigkeit für
den „ Ingenieur -
Künstler" darbietet
, ist leicht einzusehen
, wenn auch

ERNST RIEGEL-DARMSTADT « BECHER DER EHRENGABE DER
STADTMÜNCHENZUM XV. DEUTSCHEN BUNDESSCHIESZEN 1906

bis jetzt noch wenig in dieser Richtung von
seiten der Automobil-Industrie versucht
und unternommen worden ist. Das wird nun
aber wohl kommen, wenn erst einmal die
Verbindung zwischen Automobilismus und
Kunst inniger geworden sein wird. Und um
dieses Zieles willen ist es an und für sich
schon sehr zu begrüßen, daß ein Künstler
wie Riegel größere Aufgaben für automobilistische
Kreise zu lösen hatte.

Die Art, wie er sie gelöst hat, ist eine äusserst
glückliche. Das sagen unsere Abbildungen
! Wir wollen die Anschauung, welche sie

vermitteln,nichtab-
schwächenund verwirren
durch ein
unanschauliches
weitschweifiges
Gerede. Nur über

die stilistischen
Prinzipien sei einiges
Grundsätzliche
angemerkt. Riegel
ist aus der Münchener
Kunst hervorgegangen
, und
wie diese überhaupt
bis in ihre
modernsten Fortsetzungen
durchaus
auf ihrer altehrwürdigen
, bodenständigen
, bald
mehr nach dem
Barock, bald mehr
nach dem Biedermeier
inklinierenden
Tradition beruht
, so auch Riegel
. Aber gerade
er beweist uns mit
diesen entzückenden
, so überaus
persönlich durchempfundenen
Gefäßen
, daß diese
traditionelle Basis,
durch die sich die
Münchener evolutionäre
Gewerbekunst
so scharf in
Gegensatz bringt
zu der revolutionär
-impressionistischen
Modernität

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