Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 241
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-s5-4^> KONRAD LANGE: SYMMETRIE UND GLEICHGEWICHT <^=^

HANS POELZIG-BRESLAU

WOHNZIMMER ECKE

AUSFÜHRUNG: FRANZ HOLSTEINER, BRESLAU

die aus öffentlichen und privaten Sammlungen
hergeliehen sind und in irgend einer Beziehung
zur Symmetriefrage stehen. Sehr viele der
hier ausgestellten Kunstwerke würden schon
an sich gut genug sein, in einer wertvollen
Ausstellung zu prunken, auch ohne die besondere
Beziehung, um derentwillen sie hier
vereinigt sind. So aber, in dieser durchdachten
systematischen Anordnung, sorgfältig etikettiert
und außerdem noch mit kleinen roten
Scheiben versehen, die auf alles wichtige aufmerksam
machen, reden sie eine eindringliche
Sprache, eindringlich freilich nur für den, der
gewohnt ist, die Dinge nicht ganz oberflächlich
zu betrachten.

Pazaurek will durch diese Ausstellung die
dekorative Kunst keineswegs in eine bestimmte
Richtung drängen, ihr etwa die strenge Symmetrie
oktroyieren oder umgekehrt sie zu ganz
unsymmetrischen Kompositionen verführen.
Er will vielmehr zeigen, daß man mit und

ohne Symmetrie Gutes schaffen kann,
daß man sie aber nur da anwenden darf,
wo sie entweder praktisch gefordert
ist oder man etwas bestimm tes mit ih r
sagen, einen ruhigen, erhabenen, monumentalen
Eindruck machen will. Er
zeigt uns zahlreiche Objekte, die aus praktischen
Gründen oder weil ihr Gebrauchszweck
einen kapriziösen Charakter in sich schließt,
ganz unsymmetrisch und doch schön sind,
andererseits wieder solche, die aus eben diesen
praktischen Gründen oder weil mit ihrem
Zweck eine feierliche Bedeutung verbunden
ist, symmetrisch sind. Dadurch wird wieder
einmal der von der neueren Aesthetik längst
durchgeführte Satz bestätigt, daß die Schönheit
nicht in der Form an sich, sondern in dem
Verhältnis der Form zum Inhalt besteht,
und daß Technik und Gebrauchszweck die
Grundform, gewissermaßen die grundlegende
Richtung der Formen jedes, sei es handwerk-

Pekorative Kunst. X. 6. März 1907.

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