http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_16_1907/0266
-sr4^> HANS SCHMIDKUNZ: DAS KUNSTGEWERBE ALS AUSDRUCK <^=^
HANS POELZIG-BRESLAU « ENTWÜRFE FÜR DIE WERDERMÜHLE
IN BRESLAU UND FÜR EINEN WASSERTURM
Stoffen dürften im allgemeinen wohl die
physisch weicheren auch historisch nachgiebiger
sein. Dagegen machen die Edelmetalle
auch in diesen Dingen den Eindruck
einer aristokratischen, konservativen Vornehmheit
. Sie gehen manchmal voran, folgen
aber kaum jemals der Entwicklung rasch
nach. Sie sind zu keinerlei Imitieren da,
wohl aber zu vielfachem Imitiertwerden; an
den Formen der goldenen oder stark vergoldeten
Kirchengefäße des Mittelalters, zumal
des Kelches, zehren noch Jahrhunderte
weltlicher Kunst. Den Edelmetallen ähnlich
ist das Glas, zumal in seiner Kristallbearbeitung
durch Schnitt und Schliff, wie sie
dem kunstgewerblichen Boden Böhmens entsprossen
ist und entsprießt, während die sozusagen
demokratischere Behandlung des geblasenen
Glases wohl eher zu rascheren
Wandlungen führt. Man weiß, wie das Glas
z. B. in Zeiten der Farbenflucht eine üppige
Farbigkeit entfaltet und so Gelegenheit gibt,
den doch niemals wirklich pausierenden
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