http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_16_1907/0295
ARCH. HANS OFNER-WIEN « SCHLAFZIMMER; WEISZER LACKANSTRICH U. GRAUE TUCH BESPANNUNG (vgl. S. 280)
DER WILLE ZUR SCHÖNHEIT
VVfenn wir heute durch eine moderne Kunst-
oder Kunstgewerbe-Ausstellung gehen,
so sind wir erstaunt über die Fülle und Mannigfaltigkeit
des Gebotenen. Auch die vorzüglichen
Vervielfältigungen in Bild und Form
haben die Kunstschätze vieler Jahrhunderte
den Gebildeten nahe gebracht.
Die modernen Wohnungseinrichtungen legen
vielfach ein beredtes Zeugnis ab vom verbes-
Zum Sehen geboren
Zum Schauen bestellt.
Goethe
serten Geschmack, von der künstlerischen Bildung
und dem ästhetischen Bedürfnis.
Wenden wir aber den Blick von dieser anziehenden
Umrahmung auf die Besitzer dieser
Herrlichkeiten selbst, so macht das Gefühl
des ästhetischen Wohlbehagens häufig ganz
anderen Gefühlen Platz. Es scheint, als ob
sie nicht so recht hineinpassen in diesen
selbstgewählten stimmungsvollen Rahmen, als
Dekorative Kunst. X. 7. April 1907.
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