Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 288
(PDF, 139 MB)
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hans ofner-wien

tintenfasser und zündholzbehälter

Ein verständnisvolles Eingehen auf die Ideen
der Verfasserin wird auch dieser bei uns
leider so dekadent gewordenen Kunst wieder
neue Kraft und Würde verleihen. Auch hier
dieselben Ausgangspunkte und Ziele wie bei
der Antike. Immer wieder ist die reine Freude
am körperlich Schönen das treibende Element
. So sind es gerade meist die Künstlerinnen
und Sängerinnen, die der Verfasserin
das bereitwilligste Verständnis entgegenbringen
, weil ja beide die gleichen Ideale: „Die
Verwirklichung des Schönen" zum Ziel haben,
ihre Arbeit aus dem Boden der Kunst hervorwächst
. In demselben Sinne, wie Goethe von dem
„Evangelium des Schönen" spricht, kann auch
die Arbeit der Verfasserin bestehen vor seinem
Urteil: „Der innere Gehalt des bearbeiteten
Gegenstandes ist der Anfang und das Ende
der Kunst."

Frau Dr. A. CtLSHAUSEN-Hamburg

STUDENTEN-KUNST

EINE VERNACHLÄSSIGTE GRUPPE DES KUNSTGEWERBES

Was nützt es, jeden Tag in Wort und Schrift
sowie durch das Beispiel für ästhetische
Kultur einzutreten und den Kampf gegen
Schunderzeugnisse aller Art zu führen, wenn
es noch immer so und so viele Hintertreppen
gibt, die dem Ungeschmack offen stehen? Ein
derartiger Weg, vielleicht der zur Zeit gefährlichste
von allen, soll diesmal näher beleuchtet

werden. Die große Gefahr liegt hier darin, daß
man sich an eine besonders begeisterungsfähige
Gesellschaftsgruppe wendet und die großen
Summen jugendlicher Begeisterung in falsche
Bahnen gelenkt hat. Wir reden hier nämlich
von allen Studenten-Artikeln im weitesten
Sinne des Wortes.

Wenn wir bei einer armen Hinterwäldlerbevölkerung
da und dort Rückständiges antreffen
, so braucht uns dies nicht sonderlich
wunderzunehmen. Aber bei dergeistigen Elite,
der Zukunft unseres Volkes, bei der deutschen
Studentenschaft einer so erstaunlichen Menge
geschmackloser Waren auf Schritt und Tritt
zu begegnen, muß besonders schmerzlich
erscheinen. Gänzlich veraltete Ladenhüter
wechseln mit dilettantenhaften Erzeugnissen ab,
die unter der berüchtigten Devise „Schmücke
dein Heim" entstanden sind, und wenn es gut
geht, findet man ab und zu auch Objekte, bei
denen einige modern sein wollende Ornamentphrasen
äußerlich angeklebt sind. Sowohl in
den Versammlungsorten studentischer Vereine,

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