Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 314
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ARCH. W. A. HARVEY-BIRMINGHAM

HÄUSER ALTERER ANLAGE IN SYCAMORE-ROAD

Staat zu suchen. Die englische wie deutsche
Literatur über den Gegenstand ist zu umfangreich
, um hier genannt zu werden. Unter
den ersten Stimmen, die sich gegen das gewissenlose
Ausbeutungssystem und das dadurch
geschaffene Elend wandten, steht Car-
lyle, der in „The past and the present"
mit leidenschaftlicher Begeisterung seinem
Volke Wahrheiten über Wahrheiten vorhielt
und, obgleich selbst konservativ, überall den
notwendigen Bruch mit den Maximen der
tonangebenden Kreise verfocht. In gleichem
Sinne wirkten Bentham, Kingsley, Ludlow,
Manning, Disraeli und eine große Reihe anderer
, welche die Bezeichnung der „ Edelsten der
Nation" in Wahrheit verdienen. LordSHAFTES-
bury veranlaßte zuerst das gesetzliche Eingreifen
in Wohnungsfragen. Unter den neueren
Autoren haben besonders Booth mit seinem
sechsbändigen Werke: „Labour and life of the
people of London" (1891), nicht minder George
Haw durch die Schrift: „No room to live, the
plaint of overcrowded London" (1899) sich
gegen die herrschenden Mißstände erhoben.
Ungeheures Aufsehen machte eine Artikelserie
in den Daily News: „Horrible London", weiter
die in gleichem Sinne geschriebenen Aufsätze
in der „National Review", deren Verfasser,

Lord Salisbury, in ebenso schonungsloser
Weise das krasse Elend der unteren Volksschichten
besprach, wie Chamberlain, der
Minister, es seinerseits in der „Fortnightly
Review" getan hat. Einen fortlaufenden Ueber-
blick über die Zustände, über Wohnungsdichtigkeit
, mangeln de Wasserversorgung, völlig
unterbliebene oder doch ganz unzureichende
Vorsorge für genügende Ableitung der Abfallstoffe
usw. geben die seit 1831 erschienenen
Berichte der königlichen Kommission, in denen
nichts verschwiegen oder beschönigt wurde.
All das wirkte zusammen, um die anfangs
langsam einsetzenden und natürlich auch nicht
im entferntesten genügenden Abhilfsmaßregeln
in Gang zu bringen. Nicht die wiederholt in
drohendster Weise aufgetauchte Seuchengefahr,
die bei verschiedenen Cholera-Epidemien stark
in den Vordergrund trat, nicht die unglaublich
hohen Sterbüchkeitsziffern in normalen Zeiten
allein sind es indes gewesen, welche ein energisches
Eingreifen nach sich zogen. Weit
drohender war der sittliche Verfall, die Offenbarung
eines Zustandes von Vernachlässigung
der einfachsten Selbsterhaltungsgesetze. — Den
Elementarschulunterricht verdankt England den
Wirkungen des Krieges von 1870/71. Was vorher
für Zustände herrschten, erhellt aus dem Um-

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