Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 389
(PDF, 139 MB)
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-b^> DAS SPORTHAUS DES BONNER EISKLUBS <§^~

*Ä ./• -it.

ARCH. RUDOLF ZAHN-BERLIN

VEREINSHAUS DES BONNER EISKLUBS

klingen. Die Rückseite zeigt Aehnliches in
vereinfachter Form. Leicht setzen die einteiligen
Flügel gegen den Mittelbau zurück.
Erker und Treppenturm verstärken die Perspektive
der Seitenwände, zwei im ursprünglichen
Entwurf weitläufiger gedachte Terrassen
leiten nach rückwärts zu den Gartenanlagen
des Sportplatzes hinüber. Hier befindet
sich, äußerlich wenig betont, der Eingang
zum Hauptstock des Gebäudes, dessen
Erdgeschoß aus praktischen Gründen dem Eisplatz
gleicheben liegen sollte und von hier
aus besonders zugänglich ist.

Diese Stockwerke beschirmt, mit kräftiger
Leiste sich abgliedernd, der zweistufige Dachbau
, der jenen an Höhe gleich, sie doch nicht
erdrückt und dem Ganzen erst recht den
Charakter des ländlichen Wohnhauses erweckt
. Noch lebendiger als die breiten Fenster
im Mittelstock laden die hier eingefügten
Loggien zu ländlichem Zusammensein mit
der Außenwelt ein. Durch das zierliche Gitter
der Holzgalerien und aus den leichtgeschweiften
oder ovalen Fensteraugen blickt uns hier der
liebenswürdige Geist des Biedermeierhauses
entgegen. Die verkupferte Plattform ist als
Dominante des langen Firstes gedacht, doch
will mir diese Lösung nicht besonders einleuchten
.

Wie im Aufbau ist in der Farbenwirkung
mit Schlichtheit Schönes erzielt. Die Sandsteinquadern
des Unterstockes, denen blaue
Umrandung die allzu massive Wirkung nimmt,
bilden mit ihrem Graugelb den Unterton zu
dem gedämpften Farbenakkord, der sich aus
dem frischen Kalkweiß des Mittelstockes und
dem kräftigen Schieferblau des Daches zusammensetzt
und in dem Blaugrün der Buntscheiben
und der Kupferhelme über Eingängen
und Fenstern fröhlich austönt. So ist der Eindruck
des Außenbaues nach Form und Farbe
der einer freien gediegenen Natürlichkeit, in
der sich der vornehme Gesamtumriß wohl vereinigt
mit lebendiger ungezwungener Ausgestaltung
der Einzelglieder.

Diese Geschlossenheit kehrt wieder bei der
innern Anlage und hat hier um so mehr Bedeutung
, als gerade die mannigfaltige Bestimmung
des Hauses es erforderte, die Inneneinrichtung
von praktischen Gesichtspunkten
aus zu gestalten. Wie gut dies Zahn gelungen
ist, zeigt ein Blick in den Grundriß des Unterstockes
. Um die dreitorige Mittelhalle, zum
Anschnallen der Schlittschuhe bestimmt, reihen
sich Herren- und Damengarderobe mit ihren
Kastenschränken, ein Cafe, Wirtschafts- und
Arbeiterräume, alle in ihrer Beziehung zueinander
wie in ihrer Einzelbestimmung höchst

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