Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 16. Band.1907
Seite: 465
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-g-4^> MANNHEIMER AUSSTELLUNGSGÄRTEN

PAUL SCHULTZE -NAUMBURG

AUSSTELLUNGSGARTEN IN MANNHELM: WEG ZUM TEEHAUS

MANNHEIMER AUSSTELLUNGSGÄRTEN

Ii.

Außer Max Läuger, über dessen Garten
im vorigen Heft berichtet wurde, sind in
der Mannheimer Ausstellung noch zwei Künstler
mit abgerundeten Werken zu Worte gekommen
, PeterBehrens und PaulSchultze-
Naumburg. Der Hausgarten des letztgenannten
gibt ein ziemlich getreues Abbild der
kleineren Bürger- und Bauerngärten, wie sie
vor etwa hundert Jahren überall gestaltet
wurden, und wie man sie heute noch hier
und da in kleinen abseits liegenden Städten
und auf den Dörfern antrifft. Dem Verwerten
der schlichten und anspruchslosen Formen
jener Zeit, die uns freilich nur zeitlich, geistig
aber nicht nahesteht, und dem Anknüpfen an
die damals abgerissene Ueberlieferung gilt bekanntlich
die Hauptlebensarbeit Schultze-
Naumburgs. Besonders durch seine Buch-
Veröffentlichungen hat er sich, wie kaum ein
zweiter in Deutschland, außerordentliche Verdienste
um die Verbreitung guten Geschmacks
in baulichen Dingen und um das Wiederaufkommen
einer anständigen Baugesinnung erworben
; er hat vielen Menschen erst die Augen
geöffnet und sie gelehrt, den kümmerlichen
Tiefstand der äußeren Kulturzeichen überhaupt

zu sehen. Vielleicht etwas schulmäßig und
einseitig; aber man darf nicht vergessen, daß
beides notwendig war.

In seinem eigenen architektonischenSchaffen,
dem er sich seit einiger Zeit mit breitem,
äußeren Erfolg zugewendet hat, ist nun freilich
für mein Gefühl von einer gesunden
Weiterentwicklung auf Grund der überkommenen
Formen, über deren Berechtigung hier
nicht gesprochen werden soll, nicht viel zu
merken. Es geschieht durchaus mit rückwärts
gewandtem Blick; das Gute aus jener vorgeliebten
Zeit wird zusammengeholt und in
treuem Nachschaffen geschmackvoll aneinander
gereiht. So ist das, was Schultze-
Naumburg bildet, immer gut und anheimelnd,
wie es die schlichten Werke der Großväter
waren, aber auch immer, wie sie, ein wenig
eng und für uns heutige Menschen fremd
und ohne Salz.

Sein Hausgarten zeigt ganz die Art dieses
Schaffens, das sein Erziehungswerk fortsetzen
soll. Alle großen und alle Einzelformen und
die gärtnerischen Mittel sind bewährt und
gut und fein, vom Grundriß mit den über
Kreuz gestellten Wegen bis zur Buchsein-

Dekorative Kunst. X. n. August 1907.

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